Infektionswege bei Erkältung und Grippe: Große Ansteckungsgefahr

Fast jeder Mensch leidet irgendwann unter einer Erkältung oder einer Grippe. Mancher ist sogar mehrmals im Jahr betroffen. Erkältungen werden von Adeno- und Rhinoviren verursacht, die saisonale Grippe und die Schweinegrippe von Influenzaviren.

Warum besteht bei Erkältung und Grippe eine so große Ansteckungsgefahr? Es liegt an den Infektionswegen: Die Erkältungsviren sowie die Influenzaviren übertragen sich extrem leicht durch Tröpfchen. Schon beim Sprechen, aber auch durch Husten, Niesen oder Händereichen gelangen die Tröpfchen auf die Schleimhäute von Kontaktpersonen. Beim lauten Sprechen trägt die Atemluft die Viren zirka einen halben Meter weit.

Indirekte Übertragung über verunreinigte Oberflächen und Hände

Ein weiterer Infektionsweg ist die indirekte Übertragung. Hierbei gelangen die Viruspartikel von verunreinigten Oberflächen über die Hand auf die Schleimhaut. Auf Türgriffen, Lichtschaltern, Schlüsseln, Wasserhähnen und Telefonen können Viren im Schnitt zwei bis acht Stunden überleben. Auch beim Händeschütteln überträgt sich das Virus schnell.

Kälte und Stress fördern die Erkältung

Allerdings steckt sich nicht jede Kontaktperson automatisch an. Bei Menschen mit einer starken Abwehr haben die Viren oft keine Chance. Gerade im Winter aber sind die Schleimhäute der meisten Menschen leicht angreifbar. Durch die kalte Winterluft verengen sich die Blutgefäße der Nasen- und Mundschleimhäute. Das vermindert ihre Durchblutung und damit ihre Abwehrreaktion. Wenn dann noch Dinge wie negativer Stress auf der Arbeit, schlechte Stimmung wegen der grauen und lichtarmen Wintertage oder ein Schlafdefizit hinzukommen, haben die Viren leichtes Spiel.

Viren oder Bakterien? Dies ist am Schleim zu erkennen

Bakterien sind seltener die Ursache für Erkältungskrankheiten. Sie befallen die Schleimhäute meistens erst, nachdem Viren die lokale Abwehr geschwächt haben. Hinweise, ob ein Schnupfen oder Husten durch Viren oder Bakterien ausgelöst wurde, gibt die Schleimbildung: Ist der produzierte Schleim weiß oder klar, handelt es sich meistens um einen Virusinfekt. Ist der Schleim oder Auswurf gelblich bis grünlich, sind Bakterien die Ursache. Nur in diesem Fall ist die Gabe von Antibiotika sinnvoll. Manchmal folgt auf einen Virusinfekt eine bakterielle Infektion, man spricht dann von einer bakteriellen Superinfektion. Dann sind die Übergänge fließend.

Grippe und Erkältung vorbeugen: Hygiene-Tipps

Neben der Grippeimpfung kann man noch mehr tun, um Erkältungs- und Grippeviren zu trotzen. Die drei wichtigsten Maßnahmen sind
  • sorgfältig und häufig Hände waschen,
  • beim Husten und Niesen Mund und Nase bedecken, am besten mit der Ellenbeuge, nicht mit der Handinnenfläche und
  • geschlossene Räume regelmäßig lüften.

Noch intensiveren Schutz bieten folgende Maßnahmen:

  • Menschenansammlungen meiden
  • körperliche Distanz zu Mitmenschen halten
  • Händeschütteln, Küsse und Umarmungen zur Begrüßung vermeiden
  • Augen, Mund und Nase so wenig wie möglich mit den Händen berühren
  • mit Erkältungsymptomen nicht zur Arbeit gehen, sondern erst vom Arzt per Telefon beraten lassen
Autoren und Quellen Aktualisiert: 24.11.2011
  • Autor/in: Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Was schützt im Winter vorm Infekt? MMW - Fortschritte in der Medizin 41/2005
  • Influenza - RKI-Ratgeber-Infektionskrankheiten (2009), Robert Koch-Institut
  • Fragen und Antworten zur Neuen Grippe ("Schweinegrippe"), Bundesministerium für Gesundheit, 2009
  • FAQs zur Impfung gegen die neue Influenza A/H1N1 (sog. „Schweine-Grippe“), Information für Ärztinnen und Ärzte, Bundesärztekammer
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