Diagnostik bei Grippe

Während einer Grippewelle oder Epidemie kann die Diagnose Grippe meist schon anhand der Leitsymptome wie Fieber und Husten gestellt werden.

Treten Erkrankungen jedoch außerhalb von Influenzawellen auf, so ist dies nicht möglich, da auch andere Erreger infrage kommen, die ähnliche Symptome verursachen. In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, den Erreger mithilfe einer Labordiagnostik genauer zu bestimmen. Auch wenn Menschen aus Risikogruppen betroffen sind oder wenn sich ein sehr schwerer Krankheitsverlauf andeutet, kann es für die Therapie hilfreich sein, den Erreger zu kennen.

Laboruntersuchung oder Schnelltest

Um die Viren bei Verdacht auf Grippe zu identifizieren, stehen zwei verschiedene Verfahren zur Verfügung: Die Untersuchung von Proben im Labor und Schnelltests. Während Laboruntersuchungen genauere Ergebnisse liefern als Schnelltests, haben sie den entscheidenden Nachteil, dass von der Probenahme bis zum Befund ein bis zwei Tage vergehen. Soll die Erkrankung jedoch mit speziellen Anti-Grippe-Medikamenten (Virustatika) behandelt werden, so muss die Therapie innerhalb von 48 Stunden nach Einsetzen der ersten Symptome beginnen, da die Medikamente sonst gegen die Viren kaum mehr ankommen.

Schnelltests dagegen liefern bereits nach 10 bis 15 Minuten ein Ergebnis. Sie werden beispielsweise in Arztpraxen oder Notaufnahmen eingesetzt, in letzter Zeit aber auch zunehmend als Selbsttests für Patienten beworben.

Es bestehen jedoch Zweifel daran, ob die Tests für zu Hause so sinnvoll sind: Die Sensitivität der Schnelltests ist mäßig, das heißt, viele Influenza-Infektionen werden nicht erkannt. Bei den korrekt erkannten Infektionen hat der Test keine therapeutischen Konsequenzen: Denn Medikamente gegen Grippe sind verschreibungspflichtig, sodass Betroffene sowieso eine Arztpraxis aufsuchen müssen.

Testergebnisse werden von verschiedenen Faktoren beeinflusst

Die Testergebnisse werden – ob bei Laboruntersuchungen oder bei Schnelltests – von anderen Faktoren wie etwa der Qualität des Probenmaterials beeinflusst. Beispielsweise nimmt bereits innerhalb von drei Erkrankungstagen die Zahl der Viren in der Schleimhaut schnell ab. Das Testergebnis kann danach falsch negativ sein – es besteht also eine Infektion mit Influenzaviren, die aber im Test nicht mehr nachgewiesen wird. Abstriche aus der Nase sind besser als Probenmaterial geeignet als solche aus dem Rachenraum.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 30.01.2014
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Christina Wiener; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet.de
  • Quellen: Lange, Werner; Uphoff Helmut: Influenza-Diagnose: Zur Praktikabilität von Schnelltests; Deutsches Ärzteblatt 2002
  • RKI-Ratgeber-Influenza (Saisonale Influenza, Influenza A (H1N1) 2009, Aviäre Influenza) 2011, Robert Koch-Institut
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