Glaukom-Therapie: Die Trabekulektomie schafft einen künstlichen Abflussweg

Der weltweit am häufigsten durchgeführte Eingriff zur Therapie des Grünen Stars (beim primär chronischen Offenwinkelglaukom) ist die Trabekulektomie. Unter der Bindehaut wird in dem rund 30-minütigen Eingriff ein künstlicher Abflussweg für das Kammerwasser geschaffen.

Hierfür wird im schwammartigen Trabekelwerk des Kammerwinkels eine Öffnung zur vorderen Augenkammer angelegt. Ein Deckel aus Lederhaut (Ventilwirkung) sorgt dafür, dass nicht zu viel Kammerwasser auf einmal entweichen kann. Das Kammerwasser fließt dann unter die Bindehaut, wo es abtransportiert werden kann.

Um zu verhindern, dass die Iris das Abflussloch verlegt, wird während der Operation ein kleines Irisstück im Bereich des Abflusslochs entfernt (Iridektomie). Während der OP wird oft ein die Zellteilung hemmendes Medikament (Mitomycin-C) angewendet, um einer späteren Narbenbildung im Abflussbereich vorzubeugen. Eine Vernarbung würde nämlich den neuen Abflussweg wieder verschließen (weil der Körper versucht, Löcher durch Narbenbildung wieder abzudichten). Das Vernarbungsrisiko ist besonders bei jüngeren Patienten und nach einer Voroperation des Auges sowie nach langjähriger medikamentöser Augentherapie erhöht.

Grundsätzlich kann es nötig sein, mehr als einmal zu operieren. Es kann auch vorkommen, dass der Augendruck nach der OP zu niedrig ist. Häufigste Komplikation ist aber die Bildung eines Grauen Stars innerhalb der nächsten fünf Jahre, der dann allerdings meist ohne Funktionsverlust operiert werden kann. Es kann auch zu Komplikationen wie Blutungen, Entzündungen, Infektion, Bildung von Fisteln der Bindehaut und im Extremfall sogar zum Verlust des Auges kommen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 19.03.2014
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Leitlinien des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands e.V.: Primäres chronisches Offenwinkelglaukom, Normaldruckglaukom und okuläre Hypertension (http://www.augeninfo.de/leit/leit15a.pdf)
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