Glaukom-Therapie: Laser-Operationen im Überblick

Laseroperationen haben für den Patienten einen entscheidenden Vorteil: Durch eine relativ kurze Behandlung der Augen kann die künftig gegebenenfalls noch nötige Augentropfenmenge meist stark reduziert werden.

Iridotomie: Laser locht Iris

Diese Therapie wird häufig bei einem akuten Glaukomanfall angewandt. Es wird mittels Nd-YAG-Laser ein Loch in die Iris geschossen. So wird quasi eine Art Kurzschluss zwischen Hinterkammer und Vorderkammer des Auges geschaffen. Dies erleichtert den Kammerwasserabfluss. Der Eingriff ist als Notfallmaßnahme nötig, wenn der Kammerwinkel verschlossen oder Kammerwinkel und Vorderkammer äußerst eng sind.

Der Vorteil des Lasereinsatzes: Der Augapfel muss nicht eröffnet werden. Der Nachteil: Die Löcher sind sehr klein und können sich daher wieder verschließen. Mögliche Komplikationen sind zum Beispiel Druckanstieg, Entzündungen, Blutungen, Schädigung der Linse oder Hornhaut.

Argon-LASER-Trabekuloplastik (ALT) weitet Maschenwerk

Mit einem Argonlaser werden gezielt Strukturen des Trabekelwerks, das beim Glaukom (Grüner Star) oft verstopft ist, zerstört. Die ALT führt der Arzt an einer speziellen Spaltlampe durch: Zunächst wird das Auge oberflächlich betäubt, dann ein Kontaktglas aufgesetzt. Über ein spezielles Fiberglaskabel wird der Laserstrahl in den Strahlengang der Spaltlampe eingeblendet. Danach werden gezielt zirka 80 winzige, genau dosierte Erhitzungsherde im gesamten Umfang des Trabekelwerks gesetzt (Fotokoagulation).

Die narbige Schrumpfung des Gewebes führt zu einer scherengitterartigen Erweiterung des Maschenwerks des Trabekelgewebes, was den Abfluss in den Schlemm’schen Kanal erleichtert – der Innendruck im Auge sinkt.

Die ALT bewirkt eine Drucksenkung von fünf bis sieben mmHg. Leider ist der Effekt dieses komplikationsarmen Verfahrens nicht von Dauer: Nach etwa fünf Jahren ist nur noch die Hälfte der so behandelten Patienten ausreichend versorgt

Selektive Laser-Trabekuloplastik (SLT) verbessert Abfluss durch Laserabsorption

Die SLT wird mit einem YAG-Laser durchgeführt und dient zur Behandlung aller Formen eines grünen Stars. Die SLT führt zu einer gezielten Zerstörung der pigmentierten Trabekelzellen durch Laserabsorption. Diese sind für den Kammerwasserabfluss verantwortlich. Es kommt zu einer Abflussverbesserung des Kammerwassers. Der Effekt hält nicht lange an, kann aber beliebig oft wiederholt werden, ist schmerz- und nebenwirkungsfrei.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 19.03.2014
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Leitlinien des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands e.V.: Primäres chronisches Offenwinkelglaukom, Normaldruckglaukom und okuläre Hypertension (http://www.augeninfo.de/leit/leit15a.pdf)
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