Glaukom-Therapie: Mit Augentropfen den Druck senken

Für die Absenkung des Augeninnendrucks gibt es eine Reihe von Augentropfen, die der Glaukom-Patient lebenslang anwenden muss und die recht spezifisch nur am Auge wirken.

Welche Medikamente beziehungsweise Augentropfen zur Behandlung geeignet sind, hängt vom individuellen Risikoprofil und der Form des Glaukoms (Grüner Star) ab. Allerdings muss man bei der Behandlung mit Augentropfen beachten, dass das Kammerwasser wichtige Ernährungsaufgaben für das Auge hat und deshalb nicht zu stark vermindert werden darf.

Die Augentropfen haben sehr unterschiedliche Wirkmechanismen. Deswegen kann man sie gut kombinieren, falls ein Medikament allein keine ausreichende Drucksenkung erreicht. Wie gut die Tropfen wirken, hängt letztendlich auch davon ab, ob der Patient sie konsequent und richtig verwendet.

Die Wirkstoffgruppen im Überblick:

  • Miotika: Sie verengen die Pupille, erweitern den Abflusskanal für das Kammerwasser und erleichtern so den Abfluss. Der Nachteil: Die Wirkung dieser Tropfen hält nur ein paar Stunden an, sie müssen deshalb drei- bis viermal täglich eingeträufelt werden. Außerdem kann sich das Auge wegen der Verengung der Pupillen nicht mehr an unterschiedliche Lichtverhältnisse anpassen: Autofahren in der Nacht ist deshalb stark erschwert oder unmöglich.
  • Betablocker: Sie verringern die Neuproduktion von Kammerwasser. Dadurch sinkt der Augendruck. Asthmatiker und Patienten mit schweren Herzrhythmus-Störungen dürfen Betablocker nicht verwenden, da sie auch den Blutdruck senken und die Bronchien verengen können. Betablocker haben den Vorteil, dass sie keine Sehstörung auslösen, da Pupille und Akkomodation (die Fähigkeit zur Anpassung an unterschiedliche Entfernungen) nicht beeinflusst werden.
  • Karboanhydrasehemmer: Sie reduzieren die Produktion von Kammerwasser mit am stärksten. Als Augentropfen führen sie zu einer Augeninnendrucksenkung und zu einer Erweiterung der Blutgefäße im Auge. Dadurch wird der Flüssigkeitstransport beeinflusst, bei erniedrigtem Augeninnendruck kann das Blut leichter in die Gefäße der Aderhaut einströmen und die Sinneszellen der Netzhaut besser mit Sauerstoff versorgen. Nachteilig ist, dass als Tabletten eingenommene Karboanhydrasehemmer die Nierenfunktion bei Dauereinnahme beeinträchtigen können. Deshalb sollten Patienten, die bereits eine eingeschränkte Nieren- oder Leberfunktion haben, nur mit Vorsicht Karboanhydrasehemmer verwenden. Manche Patienten klagen nach der Anwendung über gereizte Bindehäute und einen metallischen Geschmack im Mund.
  • Prostaglandine und Prostamide: Sie bremsen nicht die Produktion des Kammerwassers, sondern verbessern seinen Abfluss und können so den Augeninnendruck um bis zu 35 Prozent senken. Vorteilhaft ist auch, dass die Wirkung dieser Augentropfen 24 Stunden anhält, sodass eine Anwendung täglich ausreicht. Die häufigsten Nebenwirkungen sind eine Verfärbung der Iris sowie Veränderungen des Wimpernwachstums. Bis auf gelegentliche Augenrötung sind diese Tropfen lokal gut verträglich und haben im Rest des Körpers keinerlei Nebenwirkungen.
  • Sympathomimetika (Alpha-Agonisten): Sie senken die Kammerwasserproduktion und beeinflussen auch den Abfluss. Als unerwünschte Medikamentenwirkung treten gelegentlich eine Blutdrucksenkung, Mundtrockenheit und Müdigkeit auf.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 19.03.2014
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Leitlinien des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands e.V.: Primäres chronisches Offenwinkelglaukom, Normaldruckglaukom und okuläre Hypertension (http://www.augeninfo.de/leit/leit15a.pdf)
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