Glaukom-Therapie: Medikamente und Operationen

Der statistisch normale Bereich des Augeninnendrucks in der Gesamtbevölkerung liegt zwischen 10 und 21 mmHg, im Mittel bei etwa 15,5 mmHg. Für Patienten mit einem Glaukom gelten individuell andere, niedrigere Zielwerte, die der Augenarzt bestimmt. Der Zieldruck, der individuell für jeden Patienten bestimmt werden muss, ist definiert als derjenige Druck, der ein Fortschreiten des Glaukomschadens voraussichtlich verhindert.

Es ist jedoch schwierig, für jedes Auge genau diesen Druck zu bestimmen. Allerdings kann man sagen: Je geringer die Drucksteigerung war, die zu dem Glaukomschaden geführt hat, desto tiefer muss der Augeninnendruck gesenkt werden.

Zusätzlich muss der Blutdruck kontrolliert werden. Hat ein Patient mit einem Normaldruckglaukom tagsüber zu hohe Blutdruckwerte, kann es sein, dass medikamentenbedingt die Druckwerte nachts zu stark absinken. In diesem Fall ist es möglich, dass sich die Durchblutung des Sehnervs zu stark vermindert wird. Die Arzneimitteltherapie muss dann so verändert werden, dass die Blutdruckwerte nachts nicht zu stark abfallen.

In der Glaukom-Therapie werden drei Methoden zur Senkung des Augeninnendrucks und zur Erreichung des Zieldrucks angewandt:

  • Medikamente (Augentropfen)
    Eine Reihe verschiedener Augentropfen können den Augeninnendruck senken. Sie müssen jedoch meist lebenslang und richtig angewandt werden und haben teilweise unangenehme Nebenwirkungen. Zu den Wirkstoffen, die den Augeninnendruck senken, gehören Miotika, Betablocker, Karboanhydrasehemmer sowie Prostaglandine und Prostamide. Sie werden zum Teil auch kombiniert eingesetzt, um den Druck ausreichend zu regulieren.
  • Operationen
    Falls – wie bei etwa drei bis fünf Prozent der Betroffenen der Fall – die medikamentöse Behandlung nicht zum gewünschten Erfolg führt, kann der grüne Star auch operiert werden. Es sei aber ganz klar gesagt, dass alle Operationen die Sehkraft nicht verbessern können, sondern nur dazu dienen, den Risikofaktor Augeninnendruck zu senken. Tritt ein (seltener) Glaukomanfall auf, muss der stark angestiegene Augeninnendruck (bis zu 80 mmHg) rasch gesenkt und dann meistens sogar unverzüglich operiert werden, um eine Erblindung zu vermeiden. Es wird chirurgisch eine kleine Öffnung an der Basis der Regenbogenhaut angebracht. Man nennt diese Operation Iridektomie. Die am häufigsten durchgeführte Operation in der Glaukom-Therapie ist jedoch die Trabekulektomie. Dabei wird ein künstlicher Abflussweg für das Kammerwasser geschaffen. Ein neuer Abflussweg wird auch bei der Drainageimplantation angelegt. Bei dieser Operation wird ein kleiner Schlauch in das Auge implantiert. Bei zyklodestruktiven Operationen dagegen wird der Ziliarkörper verödet, was dazu führt, dass weniger Kammerwasser im Auge produziert wird.
  • Laser-Operationen
    Inzwischen werden Laseroperationen zur Behandlung eines Glaukoms durchgeführt. Das hat den Vorteil, dass die Operationsdauer verkürzt wird und im Anschluss meist weniger Augentropfen eingesetzt werden müssen. Beispielsweise kann auch die Iridektomie mittels einer Laserbehandlung durchgeführt werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 19.03.2014
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
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