Das sekundäre Glaukom durch Narben, Entzündungen und Medikamente

Das sekundäre Glaukom (Grüner Star) kann sich als Folge einer anderen Augenerkrankung oder -verletzung, aber auch durch bestimmte Medikamente entwickeln. Es kann bei Entzündungen des Auges, durch Gefäßverschlüsse am Auge oder nach Operationen sowie bei bestimmten Formen des Grauen Stars (Katarakt) auftreten.

Zum sogenannten phakolytischen Glaukom kommt es, wenn Entzündungsproteine und Fresszellen (Makrophagen) des Immunsystems aus der geschädigten Linsenkapsel das Trabekelmaschenwerk verstopfen. Auch Blutbestandteile können den Kammerwinkel verstopfen.

Verletzungen behindern den Abfluss des Kammerwassers

Verletzungen können dagegen zu Vernarbungen im Bereich des Kammerwinkels führen, die ebenfalls den Abfluss behindern. Nach Gefäßverschlüssen im Auge kann es dort zu chronischem Sauerstoffmangel kommen. Aus dieser „Notsituation“ heraus wird die Neubildung von Gefäßen im Auge angeregt. Wenn diese Gefäße in den Kammerwinkel einwachsen, verschließen sie diesen und behindern den Abfluss des Kammerwassers (Neovaskularisationsglaukom).

Weiterhin kommt es vor, dass die Regenbogenhaut übermäßig viel Pigment (Pigmentglaukom) bildet. Dieses kann sich sowohl auf der Augenlinse als auch im Kammerwinkel in den Trabekelwerkszellen festsetzen.

Auch die Einnahme von Kortison (beispielsweise in Form von kortisonhaltigen Augentropfen) kann ein Glaukom verursachen. Sie führt bei anfälligen Personen nach einigen Wochen zur Ansammlung von Ablagerungen im Trabekelwerk.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 05.10.2017
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Leitlinien des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands e.V.: Primäres chronisches Offenwinkelglaukom, Normaldruckglaukom und okuläre Hypertension (http://www.augeninfo.de/leit/leit15a.pdf)
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