Das primäre Glaukom

Die primären Glaukome (grüner Star) bilden mit 90 Prozent die größte Glaukomgruppe. Beim primären Glaukom, werden das primäre chronische Offenwinkelglaukom (POG) und das primäre Winkelblockglaukom sowie das Normaldruckglaukom unterschieden.

Normaldruckglaukom: Wenn der Sehnerv trotz normalen Augeninnendrucks abstirbt

Das Normaldruckglaukom mit glaukomtypischen Schäden am Sehnerv und Gesichtsfelddefekten tritt auf, obgleich der Augeninnendruck der Betroffenen unter 21 mmHg liegt und damit eigentlich als „gesund“ gilt (d.h. innerhalb der statistischen Grenzen liegt). Es ist hier also nicht ein erhöhter Augeninnendruck das Problem, sondern der Sehnerv ist besonders druckempfindlich und wird deshalb geschädigt. Möglicherweise entsteht die erhöhte Verletzlichkeit durch eine nicht ausreichende Blutversorgung der Nervenfaserzellen, daher ist die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung des Sehnervs gestört.

Beim Normaldruckglaukom kommt es zu einem fortschreitenden Verlust von Nervenfasern in Netzhaut und Sehnervenkopf und zu einer deutlich sichtbaren Aushöhlung desselben. Nach gegenwärtigem Forschungsstand ist bei Menschen mit Normaldruckglaukom nicht nur das Auge, sondern möglicherweise das Gefäßsystem des Körpers im Allgemeinen krank. So weisen Patienten mit Normaldruckglaukom in deutlich erhöhtem Maße Durchblutungsstörungen in der Peripherie (zum Beispiel in den Händen) sowie einen auffallend niedrigen Blutdruck auf. Außerdem haben diese Patienten auch häufiger Hörstörungen oder Tinnitus, stumme, an Miniherzinfarkte erinnernde Veränderungen im EKG sowie gelegentlich auch minderdurchblutete Gehirnareale.

Primäres chronisches Offenwinkelglaukom: Häufigste Glaukomerkrankung

Am häufigsten tritt das primäre chronische Offenwinkelglaukom (POG) auf. Das POG und das Normaldruckglaukom zusammen machen etwa 90 bis 95 Prozent aller primären Glaukome aus.

Beim primären chronischen Offenwinkelglaukom (POG oder auch Weitwinkelglaukom) ist der Kammerwinkel zwischen Regenbogenhaut und Hornhaut, wo die Kammerflüssigkeit normalerweise abfließt, zwar offen (auch bei Drucksteigerung) – aber der Abfluss im Augenwinkel ist aufgrund von Ablagerungen behindert und daher zu langsam. Dadurch bleibt zu viel Kammerwasser in der Augenkammer, wodurch ein erhöhter Druck entsteht.

Winkelblockglaukom: Akuter Winkelblock und chonisches Winkelblockglaukom

Beim Winkelblockglaukom ist der Winkel zwischen Regenbogenhaut und Hornhaut durch die Irisbasis verengt – mit der Folge, dass das Kammerwasser nicht oder nicht mehr ausreichend abfließen kann. Betroffen sind zumeist Augen mit einem engen Kammerwinkel.

Man unterscheidet einen akuten Winkelblock, sowie ein chronisches Winkelblockglaukom, bei dem der Sehnerv geschädigt wird. Beim akuten Winkelblock (Glaukomanfall) legt sich die Irisbasis an die Hornhautrückfläche. Das Kammerwasser kann dann nicht mehr abfließen. Der Druck im Auge steigt innerhalb kurzer Zeit massiv an. Dann ist das Auge gerötet und schmerzt. Dem Glaukomanfall liegt eine akute Verlegung des Kammerwinkels durch die Irisbasis zugrunde. Intermittierende Winkelverschlüsse sind eine Vorstufe des Glaukomanfalls. Hierbei treten vorübergehende Drucksteigerungen durch Winkelverschluss auf, die Blockade löst sich aber spontan wieder auf.

Das chronische Winkelblockglaukom entsteht dagegen meist, wenn ein Glaukomanfall nicht rechtzeitig behandelt wird. Dann entstehen Verklebungen des Kammerwinkels, die zu einer chronischen Steigerung des Augeninnendrucks mit Pupillenschädigung und Gesichtsfeldeinschränkung führen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 01.02.2010
  • Autor/in: vitanet.de
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