Glaukom-Diagnostik: Messung des Augeninnendrucks

Das Applanationstonometer nach Goldmann misst sehr genau und wird deshalb routinemäßig angewendet. Die Untersuchung erfolgt an der Spaltlampe.

Die Hornhautoberfläche wird zunächst durch Augentropfen betäubt und angefärbt. Dann setzt der Arzt ein kleines Messköpfchen vorsichtig auf die Hornhautoberfläche auf. Es plättet die Hornhaut in einem Bereich von vier Millimetern ab. Die Kraft, die hierzu nötig ist, wird in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) gemessen und ergibt den momentanen Augeninnendruck-Wert. Der normale Augeninnendruck beträgt 10 bis 21 mmHg.

Verschiedene Verfahren können zum Einsatz kommen

Mitunter wird auch die Hornhautdicke (Pachymetrie) bestimmt, da sie Einfluss auf das Messergebnis hat. Die Messgeräte setzen für die Bestimmung des Augeninnendrucks grundsätzlich eine durchschnittliche Hornhautdicke von 0,55 Millimeter voraus. Ist die Hornhautdicke tatsächlich aber dünner als 0,55 Millimeter – zum Beispiel nach einer Laser-OP am Auge zur Korrektur von Kurzsichtigkeit –, kann das Messergebnis einen zu geringen Augeninnendruck ergeben.

Je nach Fragestellung können auch noch andere Verfahren zur Augeninnendruckmessung angewandt werden. So kommen auch die Transpalpebrale Sclerale Tonometrie (Messung des Augeninnendrucks durch das Augenlid),  die Non-Contact-Tonometrie (ohne Berührung des Auges) und die Dynamic Contour Tonometrie, der ein dynamisches Prinzip zugrunde liegt und bei der die Hornhautdicke keine so große Rolle spielt, zum Einsatz.  

Sofern keine Hornhauterkrankung vorliegt, muss die Hornhautdicke allerdings nur einmal präzise gemessen werden. Das geschieht entweder mit Ultraschall (Sonografie) oder mit der Lichtoptischen Pachymetrie, einem schmerzfreien Diagnose-LASER. Die früher verwendete Impressions-Tonometrie wird heutzutage nur noch selten angewandt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 19.03.2014
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
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