Purinarme Ernährung als Basis der Gicht-Therapie

Eine wichtige Rolle spielt bei der Gicht (medizinisch: Arthritis urica oder Urikopathie) die Ernährung. Mit unserer Nahrung nehmen wir täglich Purine auf. Diese Eiweißbausteine sind vor allem in tierischem Eiweiß enthalten und werden im menschlichen Körper zu Harnsäure abgebaut.

Werden zu viele Purine aufgenommen, steigt der Harnsäurespiegel. Eine purinarme Ernährung ist deshalb die Basis jeder Gicht-Behandlung. Manchmal können dadurch sogar Tabletten eingespart werden – oder sind im besten Falle gar nicht mehr nötig. Bei der primären Gicht ist eine lebenslange Diät Pflicht.

Fragen Sie Ihren Arzt nach der richtigen Diät.

Durch eine purinarme Ernährung wird die Purin-Zufuhr auf 500 Milligramm am Tag begrenzt. Bei einer streng purinarmen Diät dürfen höchstens 300 Milligramm Purin pro Tag und nicht mehr als 2000 Milligramm Purin pro Woche aufgenommen werden. Wie streng Ihre purinarme Diät sein muss, besprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt.

Grundregeln der Gicht-Diät

  • Verzichten Sie auf purinreiche Lebensmittel wie Innereien oder Meeresfrüchte sowie die Haut von Geflügel, Schwein und Fisch. Essen Sie höchstens einmal am Tag Fleisch, Fleischwaren oder Fisch (maximal 100 Gramm). Als Eiweißquelle dienen fettarme Milchprodukte.
  • Schränken Sie Ihren Alkoholkonsum drastisch ein. Alkohol spielt im Harnsäurestoffwechsel eine fatale Doppelrolle: Er fördert die Bildung von Harnsäure in der Leber und bremst ihre Ausscheidung über die Nieren. Ein Gichtanfall ist deshalb auch oft die Folge von übermäßigem Alkoholgenuss. Halten Sie sich vor allem bei Bier zurück: Es enthält zusätzlich zum Alkohol einen Stoff namens Guanosin, der den Harnsäurespiegel weiter in die Höhe treibt.
  • Trinken Sie ausreichend. Trinken Sie mindestens anderthalb bis zweieinhalb Liter am Tag, am besten Mineralwasser und Tee. Wenn Sie an heißen Sommertagen oder beim Sport stark schwitzen, muss die Trinkmenge entsprechend größer sein. Wichtig ist, dass Sie kontinuierlich trinken – nach Möglichkeit auch nachts, besonders dann, wenn Sie zur Bildung von Harnsäuresteinen neigen. Aber Vorsicht: Verzichten Sie auf fructosehaltige Fruchtsäfte. Denn Fruchtzucker erhöht ebenfalls den Harnsäurespiegel.
  • Nehmen Sie an Gewicht ab. Ersetzen Sie beim Essen Quantität durch Qualität. Gicht galt lange Zeit als Wohlstandkrankheit. Besonders Übergewichtige leiden darunter. Sie sind auch öfter von anderen Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes mellitus und Fettstoffwechselstörungen geplagt. Bemühen Sie sich deshalb, Ihr Optimalgewicht zu erreichen und zu halten. Eine radikale Nulldiät ist allerdings wenig hilfreich: Sie kann einen Gichtanfall auslösen. Außerdem ist eine so erreichte Gewichtsabnahme meist nur von kurzer Dauer. Eine kontinuierliche und dauerhafte Gewichtsreduktion erreichen Sie, wenn Sie Ihre tägliche Energiezufuhr um 500 bis 800 Kilokalorien reduzieren. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt und konsultieren Sie eine Diätberatung, bevor Sie mit dem Abnehmen beginnen.
  • Kaffeegenuss lässt den Harnsäurespiegel im Blut sinken. Das gilt sowohl für koffeinhaltigen als auch für koffeinfreien Kaffee. Die empfohlene Tagesmenge beträgt etwa vier bis sechs Tassen. Die Wirkung wird vermutlich durch Stoffe im Kaffee verursacht, denn eine Studie zeigte: Bei Tee tritt diese Wirkung nicht ein.
Info
Purine sind in Innereien wie Leber, Niere, Bries, Lunge sowie in tierischer Haut enthalten. Es gibt allerdings auch purinreiche pflanzliche Lebensmittel wie Linsen, Erbsen und Bohnen, an denen Sie ebenfalls sparen müssen. Den Purin- und Nährwertgehalt verschiedener Lebensmittel erfahren Sie aus unserer Tabelle "Harnsäure- und Energiegehalt von Lebensmitteln".

harnsaeuregehalt_von_lebensmitteln_2013.pdf
Autoren und Quellen Aktualisiert: 26.03.2014
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet.de;
  • Quellen: Choi, Hyon K./Willett, Walter/Curhan, Gary (2007): Coffee consumption and risk of incident gout in men: A prospective study (DOI: 10.1002/art.22712)
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