Therapie eines akuten Gichtanfalls: Medikamente lindern Schmerzen und Entzündung

Beim akuten Gichtanfall gibt der Arzt Medikamente, die schnell und effektiv die Schmerzen lindern und die Entzündung hemmen. Der Harnsäurespiegel spielt in diesem Moment keine entscheidende Rolle, weil er bei Patienten mit einem Gichtanfall sogar manchmal normal ist. Umgekehrt bekommen längst nicht alle Menschen mit erhöhten Harnsäurewerten eine Gicht (medizinisch: Arthritis urica oder Urikopathie). Deshalb richtet sich die weitere Therapie auch nicht ausschließlich nach dem Harnsäurewert. Vielmehr interessiert den Arzt, ob sich der Anfall wiederholt, ob sich die Gicht außer an dem einen Gelenk noch an anderen Körperstellen zeigt und welche zusätzlichen Risikofaktoren wie

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR): ohne Kortison gegen Schmerz und Entzündung

Medikamente aus dieser Gruppe werden auch als kortisonfreie Entzündungshemmer bezeichnet. Oft werden Indometacin oder Diclofenac eingesetzt. Sie wirken entzündungshemmend und schmerzstillend.

Vorsicht: Nehmen Sie diese Medikamente nicht über einen längeren Zeitraum in hohen Dosen ein! Sie können die Magen- und Darmschleimhaut schädigen und zu Geschwüren und Blutungen führen.

Colchicin: das klassische Gichtmittel

Colchicin, das Gift der Herbstzeitlosen, gilt als klassisches Gichtmittel. Als Medikament wird es in sehr geringen Mengen gegeben. Wegen seiner starken Nebenwirkungen wie starkem Durchfall bei höherer Dosierung wird es heute mehr und mehr von Medikamenten aus der Gruppe der kortisonfreien Entzündungshemmer ersetzt. Es gibt allerdings Gicht-Patienten, bei denen ausschließlich Colchicin die Schmerzen lindert.

Keine Angst vor Kortison

Auch Kortison kann die Entzündung sehr effektiv bremsen. Es wird aber nur bei sehr schweren Gichtanfällen und auch dann nur wenige Tage gegeben. Manchmal spritzt der Arzt Kortison auch direkt in das entzündete Gelenk. Vor den gefürchteten Nebenwirkungen einer Kortison-Langzeittherapie wie Diabetes oder Osteoporose müssen Sie bei einer kurzzeitigen Kortison-Gabe keine Angst haben!
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.09.2011
  • Autor/in: Dr. Anne Dietel, Ärztin, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Susanne Kupczyk, Diätassistentin/medizinische Ernährungsberaterin/Diabetesassistentin DDG, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet.de;
  • Quellen: Alexander, K. (Hrsg.) u.a.: Thiemes Innere Medizin. Georg Thieme Verlag Stuttgart, 2001
  • Suter, P.: Checkliste Ernährung. Georg Thieme Verlag Stuttgart, 2005
  • Zhang, W. et al.: EULAR evidence based recommendations for gout. Part II: Management. Ann Rheum Dis 2006
  • DEBInet: http://www.ernaehrung.de/tipps/gicht/
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