Gicht-Therapie mit Medikamenten und der richtigen Ernährung

Wenn Harnsäurekristalle in den Gelenken Entzündungen verursachen, ist das sehr schmerzhaft. Deshalb ist eine konsequente Behandlung wichtig. Ein Teil der Basistherapie bei Gicht (medizinisch: Arthritis urica oder Urikopathie) ist die richtige Ernährung. Vor allem tierische Produkte enthalten bestimmte Eiweißbausteine – sogenannte Purine – die der Körper zu Harnsäure abbaut. Eine purinarme Ernährung gehört deshalb zu jeder Gicht-Therapie. Neben Fleisch, Fisch, anderen Meerestieren, Innereien und purinhaltigen Gemüsen sollten Gicht-Patienten auch ihren Alkoholkonsum, besonders Biergenuss, einschränken und ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen.

Oft reicht eine purinarme Ernährung allein jedoch nicht aus, um die Gicht zu bekämpfen und eine Dauertherapie mit Medikamenten ist nötig. Zwei Arten von Arzneimitteln werden eingesetzt:

Urikostatika

Urikostatika wie Allopurinol hemmen die Harnsäurebildung im Körper. Die Medikamente werden als Tabletten eingenommen und sind meist gut verträglich. Sie können jedoch Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln aufweisen.

Urikosurika

Diese Medikamente mit den Wirkstoffen Benzbromaron oder Probenecid fördern die Harnsäureausscheidung über die Niere. Das kann jedoch dazu führen, dass sich Nierensteine bilden. Bei der Behandlung mit Urikosurika ist es deshalb sehr wichtig, viel zu trinken.
Beide Arten von Medikamenten wirken erst nach einiger Zeit und können anfangs sogar zu einer kurzzeitigen Verschlechterung der Beschwerden führen, da bei der Therapie die Harnsäurekristalle aufgelöst werden und somit wieder mehr Harnsäure ins Blut gelangt. Sie sind deshalb zur Therapie von akuten Gichtanfällen nicht geeignet. Hier werden Arzneimittel benötigt, die schnell Schmerzen und Entzündungen hemmen. Zum Einsatz kommen nichtsteroidale Antirheumatika und Kortisonpräparate.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.09.2011
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet.de;
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