Gicht (Urikopathie)

Mit dem landläufigen Begriff Gicht (medizinisch: Arthritis urica oder Urikopathie) wird eine Störung im Harnsäure-Stoffwechsel bezeichnet.

Whiskey © Thinkstock
Noch vor einhundert Jahren galt die Gicht als Wohlstandskrankheit schlechthin: Nur bei den Gutbetuchten kamen regelmäßig Fleisch, Innereien und Alkohol auf den Tisch. Inzwischen leben in den westlichen Ländern mehr Menschen im Wohlstand und dementsprechend oft tritt die Erkrankung nun auf.

Gicht trifft häufiger Männer

An Gicht leiden etwa zwei bis drei Prozent der Männer sowie ein halbes bis ein Prozent der Frauen. Außerdem tritt Gicht bei Männern meistens früher auf – etwa im Alter von 30 bis 50 Jahren. Frauen erkranken oft erst nach der Menopause. Insgesamt sind Frauen seltener von Gicht betroffen, weil bis zu den Wechseljahren die Östrogene offenbar einen gewissen Schutz bieten.

Erstes Symptom einer Gicht ist häufig der Gichtanfall

Ein hoher Harnsäurespiegel bleibt oft lange Zeit unbemerkt. Meistens ist ein Gichtanfall das erste Krankheitszeichen: Harnsäurekristalle lagern sich im Gelenk ab und verursachen eine Entzündung mit starken Schmerzen. Auch eine Nierenkolik – durch Harnsäuresteine ausgelöst – kann auf eine Gicht hinweisen.

Die Therapie von Gicht

Die Behandlung von Gicht richtet sich danach, ob es sich um einen akuten Gichtanfall handelt oder die Krankheit bereits chronisch ist. Bei einem akuten Gichtanfall müssen zuerst die starken Schmerzen gelindert und die Entzündung abgebremst werden. Schmerzmittel, falls nötig auch Kortison und Colchicin, das klassische Gichtmittel aus dem Gift der Herbstzeitlosen, stehen dabei zur Verfügung. Um den Harnsäurespiegel auf Dauer zu senken, setzt der Arzt zwei andere Medikamente ein, die sogenannten Urikostatika und Urikosurika. Sie hemmen die Harnsäurebildung im Körper und fördern die Harnsäureausscheidung über die Nieren.

Die richtige Diät bei Gicht

Das wichtigste Element der Behandlung bei Gicht ist die Gicht-Diät. Das bedeutet, purinreiche Lebensmittel wie Meeresfrüchte, Innereien und die Haut von Geflügel, Schwein und Fisch zu meiden. Sinnvoll ist auch, den Konsum von rotem Fleisch einzuschränken und auf Alkohol zu verzichten. Entsprechende Tagespläne für purinarme und streng purinarme Kost helfen dabei, diesen Vorsatz zu realisieren – und trotzdem lecker zu essen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 26.03.2014
  • Autor/in: Dr. Anne Dietel, Ärztin, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Susanne Kupczyk, Diätassistentin/medizinische Ernährungsberaterin/Diabetesassistentin DDG, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet.de
  • Quellen: Alexander, K. (Hrsg.) u.a.: Thiemes Innere Medizin. Georg Thieme Verlag Stuttgart, 2009
  • Suter, P.: Checkliste Ernährung. Georg Thieme Verlag Stuttgart, 2008
  • DEBInet: http://www.ernaehrung.de/tipps/gicht/
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