Therapie bei geschwächtem Immunsystem: Vitamine und Mineralstoffe

Neben Immunstimulanzien verbessern auch Vitamine und Mineralstoffe die körpereigene Abwehr und stärken das geschwächte Immunsystem. Oder anders formuliert: Mangelzustände behindern die Arbeit des Immunsystems.

Zitrusfrüchte © Thinkstock

Vitamin C

Bei Vitamin C-Mangel fühlt man sich müde und abgeschlagen. Auch die Schleimhäute funktionieren bei zu geringer Vitamin C-Zufuhr nur eingeschränkt. Viren und Bakterien haben dann leichtes Spiel, sich in der angeschlagenen Schleimhaut einzunisten. Die Zufuhr von Vitamin C stärkt somit das Immunsystem. Darüber hinaus schützt es die Zellen vor freien Radikalen (zellzerstörende Substanzen).

Zitrusfrüchte, Johannisbeeren, Paprika, Blumenkohl oder Brokkoli enthalten besonders viel Vitamin C. Der Tagesbedarf eines Erwachsenen ist etwa 100 Milligramm, Raucher und Schwangere brauchen etwas mehr: 150 Milligramm. Ob sich bei drohenden Erkältungen eine Therapie mit hohen Dosen von Vitamin C bewährt, ist umstritten.

Beachten Sie zudem: Bei gleichzeitiger Einnahme von Eisenpräparaten oder aluminiumhaltigen Antazida (säurebindende Magenmittel) kann es zu Wechselwirkungen kommen: Vitamin C verstärkt die Aufnahme von Eisen (meist gewünscht) und Aluminium (nicht gewünscht) aus dem Magen-Darm-Trakt.

Zink

Zink stärkt ebenfalls das Immunsystem. Es ist als Aktivator an Hunderten von enzymatischen Reaktionen beteiligt und hat damit eine zentrale Funktion im Körper. Deshalb kann sich ein Zinkmangel auch durch eine erhöhte Infektanfälligkeit äußern. Kaffeetrinker haben ein größeres Risiko für einen Zinkmangelzustand. Es gibt Anhaltspunkte, dass Kaffee die Verwertung von Zink aus der Nahrung behindert.

Zink ist in Haferflocken, Fleisch (alle Sorten, auch Innereien), Forelle oder frischem Thunfisch enthalten. Bei nachgewiesenem Zinkmangel eignen sich Brausetabletten oder Dragees, um die Zinkspeicher zu füllen. Zink kann die Aufnahme von Medikamenten beeinträchtigen. Bei gleichzeitiger Einnahme von Tetrazyklinen (Antibiotika) wird deshalb beispielsweise ein Einnahmeabstand von mindestens vier Stunden empfohlen. Beachten Sie die Angaben im Beipackzettel unter der Rubrik Wechselwirkungen.

Andere Vitamine und Mineralstoffe

Neben Vitamin C und Zink sind natürlich viele weitere Stoffe für das Funktionieren unserer Abwehrkräfte wichtig. Erst das Zusammenspiel all dieser Vitalstoffe ergibt ein optimales Ergebnis. Daher kann ein Mangelzustand, der durch eine unausgewogene Ernährung hervorgerufen wurde, auch nicht mit der Einnahme von einigen Tabletten ausgeglichen werden. Andererseits kann aber ein spezifischer Mangel, der bei einer Laboruntersuchung festgestellt wurde, durch die gezielte Gabe geeigneter Präparate behoben werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 19.06.2013
  • Autor/in: Elisabeth Kanz, Apothekerin und Fachjournalistin für Medizin und Pharmazie; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: R. M. Douglas, E. B. Chalker, B. Treacy: Vitamin C for preventing and treating the common cold. In: Cochrane Database of Systematic Reviews. 2000, Iss. 2, Art. Nr.: CD000980
  • H. Hemilä et al.: Vitamin C for Preventing and Treating the Common Cold (Review). In: Cochrane Database of Systematic Reviews. 2009, Ausg. 1
  • Vitamin C und Zink: http://www.dge.de/modules.php?name=News&file=article&sid=891
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