Therapie bei einem geschwächten Immunsystem

Wenn Sie sich über längere Zeit müde und schlapp fühlen oder häufig unter starken Erkältungssymptomen leiden, sollten Sie ärztlichen Rat suchen. Es ist wichtig, ernsthafte Erkrankungen, die sich auch durch ein geschwächtes Immunsystem ausdrücken können, durch eine ärztliche Untersuchung ausschließen zu lassen.

Seniorin ist müde © Thinkstock
Konnte eine ernsthafte Erkrankung ausgeschlossen werden, dann kann und sollte man sich nach Rücksprache mit dem Arzt durch geeignete Maßnahmen auch selbst behandeln. Hier erfahren Sie, was Sie bei einem geschwächten Immunsystem tun können.

Immunsystem mit pflanzlichen Mitteln stärken

Für die Therapie eignen sich beispielsweise pflanzliche Mittel mit Sonnenhut (Echinacea). Sie stärken das Immunsystem und werden gegen Grippeerkrankungen eingesetzt. Sie können Ihr Immunsystem auch mit zusätzlicher Zufuhr an Vitaminen und Mineralstoffen stärken. Besonders Vitamin C, Eisen, Selen und Zink helfen dem Immunsystem, sich gegen Krankheitserreger zu wehren.

Im Zentrum steht oftmals der Darm

Wenn eine unspezifische allgemeine Abwehrschwäche besteht, liegt es oft daran, dass der Darm und die Verdauung nicht optimal funktionieren. Der Darm ist unser größtes Immunorgan und stellt mit zirka 500 Quadratmetern Oberfläche den größten Kontakt des Körpers zur Umwelt her.  

Jede Störung kann mit einer Schwächung der Abwehrkräfte einhergehen. Haben Sie eventuell dauernd oder immer wieder mal Bauchschmerzen, Verstopfung, Durchfall, Blähungen, Krämpfe, bestehen Unverträglichkeiten oder Nahrungsmittelallergien? Haben Sie Beschwerden im Anschluss an eine notwendige Einnahme von Antibiotika? Dann ist ein Gesundheitscheck des Darms mit einer mikrobiologischen Analyse, der Prüfung auf Verdauungsrückstände und auf spezielle Marker, die Dysfunktionen anzeigen, eine sinnvolle Maßnahme.  

In manchen Fällen wird zu einer mikrobiologischen Therapie, auch Symbioselenkung genannt, geraten, die aus dem Kreis der Alternativmedizin kommt. Bisher konnte in der evidenzbasierten Medizin noch keine Wirksamkeit nachgewiesen werden.

Mikrobiologische Therapie

Bei der mikrobiologischen Therapie werden lebende oder abgetötete Bakterien, die keine krankheitserregenden Eigenschaften besitzen, eingesetzt. Zur Immunstimulation verwendet man abgetötete Bakterien oder Bakterienextrakte. Dadurch soll es über die Aktivierung verschiedener Abwehrmechanismen zu einer Normalisierung der natürlichen Abwehrkräfte kommen.

Präparate mit lebenden Bakterien werden verwendet, um bestehende Defizite auszugleichen. So findet man bei Untersuchungen beispielsweise häufig eine gestörte Darmflora, die zu wenig Lactobazillen enthält. Diese Bakterien sind wichtige Säurebildner im Darm, die auch in der Lage sind, Fäulniskeime zurückzudrängen. Bei der Therapie versucht man, diese Lactobazillen wieder vermehrt anzusiedeln. Dabei ist allerdings Geduld gefragt, denn ein Erfolg stellt sich oft erst nach Monaten ein.  

Medikamente, die lebende Bakterien enthalten, sollten am besten in einer magensaftresistenten Kapsel zugeführt werden, die sich erst im Dünndarm auflöst. Sonst kann es passieren, dass die „guten“ Bakterien die saure Magenpassage nicht überleben.

Viel trinken und gutes Raumklima

Um das Immunsystem zu unterstützen, sollten Sie Ihre Schleimhäute feucht halten. Das erreichen Sie, wenn Sie ein bis zwei Liter Flüssigkeit am Tag trinken. Am besten eignen sich Wasser, Tee und Saftschorle.

Lüften Sie viel – am besten kurz, aber häufig. Meiden Sie trockene oder verrauchte Räume. Wenn Sie ein flaches Gefäß mit Wasser füllen, können Sie die Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer erhöhen. Den gleichen Effekt erreichen Sie, wenn Sie feuchte Tücher aufhängen.

Rauchstopp

Atemwegsinfekte mit lang anhaltendem Husten sind typisch für Raucher, deren Schleimhäute permanent entzündet sind und sich nach einem Infekt nicht richtig erholen können. Wer das Rauchen aufgibt oder besser gar nicht erst anfängt, ist klar im Vorteil und schützt sein Immunsystem.

Hygiene beugt vor

Was Großeltern früher immer gepredigt haben, konnte nun wissenschaftlich bestätigt werden: Hygiene durch häufiges Händewaschen schützt vor Infektionen und beugt Schnupfen vor. Die US-Forscherin A.K. Ryan konnte im Rahmen einer Untersuchung zeigen, dass schon fünfmaliges Händewaschen pro Tag Arztbesuche wegen Atemwegserkrankungen um bis zu 45 Prozent reduzieren kann.

Zähne kontrollieren und sanieren lassen

Wenn Sie längere Zeit infektanfällig sind, sich schlapp und müde fühlen, können Sie auch bei Ihrem Zahnarzt prüfen lassen, ob nicht ein Zahn die Ursache sein könnte. Dabei müssen gar nicht unbedingt Schmerzen vorhanden sein: Ein Zahn, der einen „Entzündungsherd“ darstellt und den ganzen Körper in Mitleidenschaft ziehen kann, macht manchmal einen völlig unauffälligen Eindruck. Auch Amalgam-Plomben – als Quelle einer Quecksilberbelastung – können mit einer Schwächung des Immunsystems einhergehen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 03.02.2015
  • Autor/in: Elisabeth Kanz, Apothekerin und Fachjournalistin für Medizin und Pharmazie; Vitanet-dsb, Vitanet-gg; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
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