Gehirnerschütterung

Zu einer Gehirnerschütterung kann es zum Beispiel durch einen starken Schlag auf den Kopf – etwa bei Sport- und Verkehrsunfällen – kommen. Medizinisch korrekt wird eine Gehirnerschütterung als leichtes Schädel-Hirn-Trauma (STH) oder Commotio cerebri bezeichnet. Anders als bei einer Gehirnprellung, -quetschung oder -blutung wird die Gehirnstruktur bei einer Gehirnerschütterung nicht geschädigt. Vorübergehend sind jedoch die Gehirnfunktionen gestört.

Die Anzeichen einer Gehirnerschütterung

Nach der Gewalteinwirkung am Kopf treten Bewusstseinsstörungen oder sogar eine kurze Bewusstlosigkeit auf. Typisch für Gehirnerschütterung ist außerdem eine kurze Erinnerungslücke. Viele Betroffene können sich beispielsweise nicht an den Schlag oder Unfall erinnern, der die Gehirnerschütterung auslöste. Zusätzlich können sich Schwindel, Übelkeit und Erbrechen, Kopfschmerzen und Kreislaufbeschwerden zeigen. Auch Licht- und Geräuschüberempfindlichkeiten werden beobachtet.

Alle diese Anzeichen können einzeln oder in unterschiedlicher Kombination auftreten. Je nach Art des Unfalls kommt auch eine Platzwunde hinzu. Erkennen Sie Anzeichen einer Gehirnerschütterung (oder einer anderen Kopfverletzung), sollten Sie auf jeden Fall einen Krankenwagen rufen.

Die Diagnose von Gehirnerschütterungen

Der Arzt wird durch Befragung des Patienten die Diagnose stellen. Dazu stehen ihm verschiedene Checklisten zur Verfügung, etwa der Glasgow Coma Scale. Hier werden Augenöffnen, Sprache und motorische Funktionen untersucht. Um eventuelle Brüche ausschließen zu können, wird der Arzt bei einer Gehirnerschütterung eine Computertomografie oder Magnetresonanztomografie durchführen und eine Aufnahme der Halswirbelsäule anfertigen. Entsprechend der Untersuchungsergebnisse lässt sich die Verletzung in verschiedene Grade einteilen.

Die Behandlung einer Gehirnerschütterung

In den ersten 24 Stunden nach dem Unfall ist rund um die Uhr eine Überwachung in der Klinik notwendig. Für den Patienten gilt strikte Bettruhe. Auf diese Weise kann sich der Kopf von der Gewalteinwirkung sozusagen wieder erholen. Außerdem erhält der Patient – wenn nötig – Medikamente gegen Übelkeit und Kopfschmerzen. Erst wenn dauerhaft keine Beschwerden mehr auftreten, wird er wieder aus dem Krankenhaus entlassen. Auch zu Hause sollte sich der Patient jedoch noch einige Tage schonen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 17.03.2015
  • Autor/in: Beatrix Deiß, Medizinredakteurin; Nina Prell, Medizinredakteurin, Monika Preuk, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätskontrolle: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Plesch, Christian/ Sieven, Rainer, Trzolek, Dieter: Handbuch Sportverletzungen. Meyer & Meyer Verlag, Aachen 2009.
  • Sportunfälle – Häufigkeit, Kosten, Prävention. Von Gläser, Heribert, (ARAG Allgemeine Versicherungs-AG), Henke, Dr. rer. nat. Thomas (Ruhr-Universität Bochum, Lehrstuhl für Sportmedizin). Herausgeber: ARAG Allgemeine Versicherungs-AG.
  • Deutscher Olympischer Sportbund, www.richtigfit.de
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V., www.dge.de
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