Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom): Diagnostik

Der Arzt fragt die Patientin zunächst nach möglichen Risikofaktoren für Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom) und führt eine Tastuntersuchung durch. Dabei tastet er über die Bauchdecke den Gebärmutterkörper sowie über die Scheide den Gebärmutterhals und den Muttermund ab, um mögliche Veränderungen festzustellen.

Ultraschalluntersuchung durch die Scheide

Anschließend wird bei Verdacht auf Gebärmutterkrebs eine Ultraschalluntersuchung durch die Scheide (transvaginale Sonographie) gemacht. Mithilfe einer stabförmigen Ultraschallsonde, die der Arzt durch die Scheide einführt, kann er die Gebärmutterschleimhaut beurteilen. Zum Beispiel kann er die Dicke der Schleimhaut messen: Eine Dicke über fünf Millimetern gilt bei Frauen nach den Wechseljahren mit Blutungen als verdächtig.

Außerdem kann der Arzt bei dieser Untersuchung oft erkennen, wie tief das Endometriumkarzinom in die Muskelschicht der Gebärmutter eingewachsen ist und ob bereits umgebende Organe des Unterbauchs davon betroffen sind.

Sichere Diagnose durch Ausschabung und Gebärmutterspiegelung

Eine sichere Diagnose dieser Krebsform ist nur durch eine zusätzliche Ausschabung der Gebärmutter (Kürettage) und eine Gebärmutterspiegelung möglich. Die Ausschabung dient dazu, eine Gewebeprobe der Gebärmutterschleimhaut zu gewinnen. Dabei schabt der Arzt bei der Patientin, die entweder eine örtliche Betäubung oder eine Vollnarkose erhält, die Schleimhaut der Gebärmutter von der Scheide her mit einer Art „Löffel“ aus. Die gewonnene Gewebeprobe wird anschließend im Labor unter dem Mikroskop auf Veränderungen untersucht.

In der Regel wird bei der Diagnostik von Gebärmutterkrebs die Gewebeentnahme mit einer Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) kombiniert, bei der eine Sonde mit einer kleinen Kamera in die Gebärmutterhöhle eingeführt wird. Auf diese Weise kann der Arzt vor einer Ausschabung mit einer kleinen Zange gezielt Gewebeproben aus verdächtigen Bereichen entnehmen, die anschließend mikroskopisch untersucht werden. Durch diese Kombinationsuntersuchung ist es möglich, die Diagnose Gebärmutterkrebs mit hoher Sicherheit zu stellen.

Um festzustellen, ob die Geschwulst bereits über die Gebärmutter hinaus geht, ob weitere Strukturen betroffen sind oder sich schon Metastasen angesiedelt haben, wird der Arzt zusätzlich eine Computertomografie oder eine Kernspintomografie veranlassen. Die Computertomografie ist ein spezielles Röntgenverfahren, bei der Kernspintomografie werden Magnetfelder und Radiowellen für die Erzeugung von Bildern verwendet.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 04.04.2012
  • Autor/in: Dr. med. Karen Strehlow, Ärztin und Fachzeitschriftenredakteurin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: I. Füsgen: Sexualstörungen aus I. Füsgen: Der ältere Patient, Urban
  • K. von Sydow: Die Lust auf Liebe bei älteren Menschen, Verlag Ernst Reinhardt 1994
  • Deutsche Krebsgesellschaft: Gebärmutterkörperkrebs
  • Universitätsklinikum Ulm, Comprehensive Cancer Center Ulm (CCCU): Gebärmutterkrebs
  • Berufsverband der Frauenärzte (www.frauenaerzte-im-netz.de): Gebärmutterkörperkrebs
  • Deutsche Krebshilfe (2011): Krebs der Gebärmutter und Eierstöcke: Antworten. Hilfen. Perspektiven.
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