Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)

In Deutschland erkranken pro Jahr etwa 4.700 Frauen neu an Gebärmutterhalskrebs – auch Zervixkarzinom oder Kollumkarzinom genannt. Betroffen sind vor allem Frauen zwischen 40 und 59 Jahren. Vorstufen und Frühformen von Gebärmutterhalskrebs werden besonders bei Frauen zwischen dem 20. und dem 40. Lebensjahr diagnostiziert.

Einst war Gebärmutterhalskrebs die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Heute belegt diese Krebsart dank guter Früherkennungsmöglichkeiten, mithilfe derer Vorstufen erkannt werden, nur noch Platz zwölf.

Der Gebärmutterhals

Die Gebärmutter besteht aus Gebärmutterkörper (Corpus uteri) mit Gebärmutterhöhle (Cavum uteri) und Gebärmutterhals (Cervix uteri oder Kollum) mit Muttermund (Portio vaginalis). Der Gebärmutterhals bildet das untere Drittel der Gebärmutter und ragt in den oberen Teil der Scheide hinein. Er besteht aus Muskulatur und Bindegewebe. Den Gebärmutterhalskanal kleidet Schleimhaut aus, das Zylinderepithel. Der Muttermund wird von Plattenepithel umkleidet.
Gebärmutter © vitapublic GmbH
Aus der Zone zwischen Plattenepithel und Zylinderepithel – auch Transformationszone genannt – entwachsen die meisten Zervixkarzinome. Dann handelt es sich um ein sogenanntes Plattenepithelkarzinom.

Symptome, Diagnostik und Therapie von Gebärmutterhalskrebs

Gebärmutterhalskrebs bereitet in frühen Stadien in der Regel keinerlei Beschwerden. Deshalb ist es besonders wichtig, die jährliche Früherkennungsuntersuchung gewissenhaft wahrzunehmen. Erst im fortgeschrittenen Stadium können Symptome wie Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr auftreten.

Wenn der Verdacht auf Gebärmutterhalskrebs besteht, werden verschiedene Untersuchungen durchgeführt, um eine sichere Diagnose stellen zu können – zum Beispiel eine Kolposkopie, eine Biopsie und eine Konisation.

Um mögliche Tochtergeschwülste (Metastasen) festzustellen, können verschiedene bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) zum Einsatz kommen. Für die Therapie stehen dann drei Möglichkeiten zur Verfügung: Operation, Strahlentherapie und Chemotherapie, wobei die beiden letzteren häufig kombiniert werden.

Mit HPV-Impfung vorbeugen

Die Hauptursache für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs ist eine Infektion mit high-risk humanen Papillomaviren (HPV). Mittlerweile gibt es eine Impfung gegen die häufigsten krebsauslösenden HPV-Typen 16 und 18, die in zirka 70 Prozent der Fälle für Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind. Seit dem Jahr 2007 empfiehlt die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts diese Impfung für Mädchen zwischen 9 und 17 Jahren.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 05.02.2017
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Nina Prell, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Deutsche Krebsgesellschaft: Gebärmutterhalskrebs, Zervixkarzinom (http://www.krebsgesellschaft.de/pat_ka_gebaermutterhalskrebs_definition,107760.html)
  • Deutsche Krebsgesellschaft: Gebärmutterhalskrebs, Zervixkarzinom – Anatomie und Funktion (http://www.krebsgesellschaft.de/pat_ka_gebaermutterhalskrebs_anatomie,107761.html)
  • Deutsche Krebshilfe: Der blaue Ratgeber: Krebs der Gebärmutter und der Eierstöcke (http://www.krebshilfe.de/fileadmin/Inhalte/Downloads/PDFs/Blaue_Ratgeber/003_gebaermutter_eierstock.pdf)
  • Krebsinformationsdienst: Gebärmutterhalskrebs: Krebsentstehung, Anatomie, Häufigkeit (http://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/gebaermutterhalskrebs/was-ist-gebaermutterhalskrebs.php)
  • Robert Koch-Institut: Neue Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (https://www.rki.de/DE/Content/Service/Presse/Pressemitteilungen/2014/08_2014.html)
  • Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Patientin mit Zervixkarzinom (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/032-033OLl_S3_Zervixkarzinom_2014-10.pdf)
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung
  • afgis-Qualitätslogo mit Ablauf 2015/11: Mit einem Klick auf das Logo öffnet sich ein neues Bildschirmfenster mit Informationen über vitapublic GmbH und sein/ihr Internet-Angebot: www.vitanet.de
  • Logo der Health On the Net Stiftung. das Gesundheitsportal vitanet.de ist von der Health On the Net Stiftung (HON) akkrediert. Zur Prüfung klicken Sie hier.
  • Logo der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (IVW)
  • Logo der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung e.v. (AGOF)