Ursachen der chronischen Gastritis Typ B

Die chronische Gastritis Typ B ist mit 85 Prozent die häufigste Form der chronischen Magenschleimhautentzündung. Ursache für diese Form der chronischen Gastritis ist eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori. Die Schleimhaut im Antrumbereich ist anfällig für eine Besiedlung durch den Erreger, der im sauren Milieu des Magens überleben kann.

Grund dafür ist das von ihm produzierte Enzym Urease, mit dem Helicobacter pylori durch Ammoniakbildung ein alkalisches Milieu aufbauen kann. Dadurch wird er von der Salzsäure nicht angegriffen. Durch die Herstellung toxischer Stoffe schädigt der Keim die Magenschleimhaut. Ausgehend vom Antrumbereich dehnt sich die Gastritis auch nach oben auf den Corpus- und Fundusbreich aus.

Unklar ist bislang noch, wie es zur Infektion mit dem Erreger kommt, der weltweit verbreitet ist. Die Übertragung erfolgt direkt von Mensch zu Mensch – meistens im Kindesalter. Möglicherweise kann sie auch über Trinkwasser geschehen.

Untersuchungen zeigen, dass mit steigendem Lebensalter eine Besiedelung des Magens durch Helicobacter pylori zunimmt und der Keim sich bei fast 60 Prozent der über 60-jährigen Menschen in den westlichen Ländern nachweisen lässt. In Entwicklungsländern ist die Infektion noch sehr viel häufiger. Allerdings leiden nicht alle Menschen, bei denen der Keim im Magen nachweisbar ist, auch unter Beschwerden.
Gastritis - Helicobacter pylori © Y_tambe/Creative CommonsDie Grafik zeigt in verschiedenen Stadien, wie der Keim Helicobacter pylori Gastritis hervorruft.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 02.03.2017
  • Autor/in: Dr. med. Gerlind Souza-Offtermatt, Ärztin und Medizinjournalistin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: G. Schettler, H. Greten: Innere Medizin, Thieme Verlag 1998
  • Gross, P. Schölmerich, W. Gerok: Die Innere Medizin, Schattauer Verlag 1996
  • AWMF- Leitlinien: Gastritis und Ulkus
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung