Therapie der chronischen Gastritis (Magenschleimhautentzündung)

Bei den verschiedenen Formen der chronischen Gastritis (Magenschleimhautentzündung) ist eine unterschiedliche Behandlung notwendig.

Typ-A-Gastritis

Eine ursächliche Behandlung der Typ-A-Gastritis gibt es nicht. Im Falle eines nachgewiesenen Vitamin-B12-Mangels, der durch das Fehlen des intrinsic factors entstanden ist, muss lebenslang in regelmäßigen Abständen (alle drei Monate) Vitamin B12 injiziert werden, um eine perniziöse Anämie zu verhindern. Empfohlen werden jährliche gastroskopische Kontrollen wegen des erhöhten Krebsrisikos.

Typ-B-Gastritis

Wird eine Helicobacter-pylori-Infektion nachgewiesen, ist noch nicht unbedingt eine Behandlung nötig. Dies ist erst der Fall, wenn der Patient Beschwerden hat. Dann wird der Keim abgetötet (Eradikation).

Die Behandlung einer Gastritis Typ B erfolgt meist nach dem Triple-Schema. Dabei werden über einen Zeitraum von sieben Tagen gleichzeitig Omeprazol als Protonenpumpenhemmer und eine geeignete Antibiotikakombination, beispielsweise Clarithromycin und Metronidazol verabreicht. In 90 Prozent der Fälle wird der Keim mit einer solchen Kombinationsbehandlung abgetötet. Da zunehmend mit Resistenzen des Keims gegen eingesetzte Antibiotika gerechnet werden muss, wird eine entsprechende Testung vor der Behandlung empfohlen.

Zur Überprüfung des Behandlungserfolgs dient ein vier bis sechs Wochen nach der Therapie durchgeführter 13C-Atemtest, bei Fortdauer der Beschwerden sollte nochmals eine Gastroskopie vorgenommen werden. Leider neigen manche Patienten auch nach einer erfolgreichen Therapie zu Rezidiven (Rückfällen) und sollten in größeren Zeitabständen immer wieder untersucht werden.

Typ-C-Gastritis

Die Beseitigung der auslösenden schädigenden Ursache steht an oberster Stelle der Behandlung bei chronischer Gastritis Typ C. Dies bedeutet bei Alkohol und manchen Medikamenten einen vollständigen Verzicht. Ist die Einnahme bestimmter Medikamente wie nichtsteroidaler Antiphlogistika unverzichtbar, kann – wenn möglich – gleichzeitig eine Behandlung mit Protonenpumpeninhibitoren eingeleitet werden.

Wenn die Gastritis jedoch durch einen Rückfluss von Galle- und Duodenalflüssigkeit ausgelöst wird, kommt eine Behandlung mit gallensäurebindenden Antazida infrage. Auch mit sogenannten Prokinetika – beispielsweise Metoclopramid – lässt sich eine Besserung der Beschwerden erreichen.

Diätetische Maßnahmen können zusätzlich zu einer Besserung der Beschwerden beitragen. In erster Linie sollte auf Nikotin, Kaffee, Alkohol und fettreiche Nahrungsmittel verzichtet werden. Da die individuelle Nahrungsverträglichkeit unterschiedlich ist, muss jeder Patient für sich herausfinden, welche Nahrungsmittel für ihn problematisch sind.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 02.03.2017
  • Autor/in: Dr. med. Gerlind Souza-Offtermatt, Ärztin und Medizinjournalistin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: G. Schettler, H. Greten: Innere Medizin, Thieme Verlag 1998
  • Gross, P. Schölmerich, W. Gerok: Die Innere Medizin, Schattauer Verlag 1996
  • AWMF- Leitlinien: Gastritis und Ulkus
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