Therapie der akuten Gastritis (Magenschleimhautentzündung)

Oftmals ist bei der akuten Gastritis (Magenschleimhautentzündung) keine Behandlung erforderlich. Sie heilt dann auch ohne Medikamente völlig aus. Schädigende Substanzen wie Alkohol oder bestimmte Medikamente müssen gemieden werden. In einigen Fällen ist auch eine vorübergehende Nahrungskarenz nötig, während der sich die Schleimhaut erholen kann.

Wenn Medikamente zum Einsatz kommen, sind das meist solche, die eine Hemmung der Magensäureproduktion bewirken. Dies sind in erster Linie:
  • Antazida
    Antazida neutralisieren die Salzsäure des Magensaftes und heben dadurch seinen pH-Wert an. Sie bestehen aus einer Kombination aus Magnesium- und Aluminiumhydroxid, einige enthalten Natriumbikarbonat und Kalziumkarbonat. Antazida sind rezeptfrei in Apotheken erhältlich. Auch für schwangere Frauen sind bestimmte Antazida geeignet.
  • H2-Rezeptorenblocker
    Diese Medikamente blockieren die H2-Rezeptoren der Belegzellen und verhindern dadurch, dass Histamin an die Rezeptoren bindet und seine magensäuresteigernde Wirkung ausübt. H2-Rezeptorenblocker setzen also die Bildung von Magensäure herab. Einige H2-Rezeptorenblocker – beispielsweise Ranitidin – sind mittlerweile rezeptfrei erhältlich und verursachen nur selten Nebenwirkungen.
  • Protonenpumpenhemmer
    Protonenpumpenhemmer wirken an den Belegzellen, indem sie ein Enzym, das an der Bildung der Magensäure beteiligt ist, hemmen. Es sind sehr wirksame Arzneien: Sie bewirken in der üblichen Dosierung eine Reduktion der Säuresekretion um zirka 90 Prozent. Alle Protonenpumpenhemmer sind rezeptpflichtig.
Entstehen im Rahmen einer akuten Gastritis stärkere Blutungen, sind diese medikamentös nicht mehr zu behandeln. Bei einer Magenspiegelung kann die Blutungsquelle mithilfe eines Lasers koaguliert (gleichzeitig mit dem Schnitt erfolgt ein Gefäßverschluss), mit einem gefäßverengenden Medikament unterspritzt oder mit Fibrinkleber „verklebt“ werden. Versagen diese Maßnahmen, muss eine teilweise oder vollständige Entfernung des Magens in Betracht gezogen werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 02.03.2017
  • Autor/in: Dr. med. Gerlind Souza-Offtermatt, Ärztin und Medizinjournalistin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: G. Schettler, H. Greten: Innere Medizin, Thieme Verlag 1998
  • Gross, P. Schölmerich, W. Gerok: Die Innere Medizin, Schattauer Verlag 1996
  • AWMF- Leitlinien: Gastritis und Ulkus
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