Gastritis: Lexikon

  • Botenstoff, der an Nervenendigungen frei wird und eine Erregungsübertragung ermöglicht. Viele wichtige Funktionen des menschlichen Körpers sind an Acetylcholin als Botenstoff (Neurotransmitter) gebunden. Acetylcholin, das an Endigungen vegetativer Nerven im Magen freigesetzt wird, fördert die Produktion von Magensäure in den Belegzellen.
  • Medikamente zur Neutralisierung der Magensäure, die zur Behandlung von Gastritis, Sodbrennen und bei Ulkuskrankheit eingenommen werden
  • Unterer Magenabschnitt, der dem Magenpförtner vorgelagert ist
  • Durch den 13C-Atemtest können Helicobacter-pylori-Erreger nachgewiesen werden. Er wird meist angewendet, um den Therapieerfolg nach einer Eradiakationsbehandlung zu dokumentieren. Der Patient nimmt eine Testmahlzeit mit radioaktiv markiertem Harnstoff zu sich. Mithilfe seines Enzyms Urease kann Helicobacter p. den Harnstoff zu Ammoniak und CO2 abbauen. Das abgeatmete CO2 lässt sich in der Atemluft quantitativ bestimmen. Doch der Test ist teuer und kann in der Diagnostik die Gastroskopie nicht ersetzen.
  • Drüsenzellen der Magenschleimhaut, hauptsächlich in Fundus und Korpus lokalisiert. Sie produzieren Magensäure (HCL) und Intrinsic Factor.
  • Entnahme einer Gewebeprobe, um sie unter dem Mikroskop auf Veränderungen zu untersuchen.
  • Eine kleine Gewebeprobe aus dem Magen wird in eine Testflüssigkeit gegeben, die einen Farbindikator und Harnstoff enthält. Ist der Erreger Helicobacter pylori in der Probe enthalten, spaltet sein Enzym Urease den Harnstoff. Diese Spaltung zeigt der Farbindikator durch eine Rotfärbung an. Das Ergebnis liegt nach zwölf bis 24 Stunden vor.
  • Oberbauch, Magengrube: der Bereich des Oberbauchs zwischen Rippenbögen und Schwertfortsatz des Brustbeins
  • Eradikation wird die medikamentöse Entfernung einer bakteriellen Besiedlung der Magenschleimhaut mit dem Erreger Helicobacter pylori genannt. Die häufigste Methode ist die Triple-Therapie – eine Kombination von Clarithromycin, Omeprazol und Amoxicillin beziehungsweise Metronidazol.
  • Der als Fundus oder Magengrund bezeichnete Magenabschnitt grenzt an den Magenmund (Cardia) und liegt in der linken Zwerchfellkuppel.
  • Ein Gewebehormon, das in den G-Zellen des Magens gebildet und auf verschiedene Reize hin in das Blut ausgeschüttet wird. Es regt an den Beleg- und Hauptzellen des Magens die Produktion von Magensaft an. Reize zur Ausschüttung sind zum Beispiel: Dehnung im Bereich des Magenausgangs, Koffein, Alkohol und ein pH-Anstieg des Magensafts über 2,5.
  • Die sogenannte Magenspiegelung ist die endoskopische Untersuchung des Magens unter Verwendung eines flexiblen Spezialendoskops (Gastroskop). Es besteht gleichzeitig die Möglichkeit zur Probeentnahme (Biopsie) und Durchführung kleinerer Eingriffe wie der Laserkoagulation blutender Gefäße.
  • H2-Rezeptorenblocker sind Medikamente, die die H2-Rezeptoren der Belegzellen blockieren und dadurch die Produktion von Magensäure verringern
  • Bluterbrechen; bei einer frischen Blutung sieht man hellrotes Blut, bei Einwirkung von Magensäure sieht das erbrochene Blut „kaffeesatzartig“ aus
  • In den Hauptzellen der Magenschleimhaut, die sich im Korpus- und Fundusbereich befinden, wird Pepsinogen produziert, das unter Anwesenheit von Magensäure zu der aktiven Form Pepsin wird. Pepsin leitet die Eiweißverdauung ein.
  • Weltweit verbreiteter Keim, der mithilfe seines Enzyms Urease in der Lage ist, aus Harnstoff Ammoniak zu bilden und so die Magensäure zu neutralisieren. Er ist Erreger der Gastritis Typ B und wirkt wesentlich an der Entstehung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren mit.
  • Körpereigener Botenstoff, der bei Entzündungsreaktionen beteiligt ist, Belegzellen im Magen zu vermehrter Säureproduktion anregt und eine zentrale Rolle bei allergischen Reaktionen spielt. Im Rahmen einer allergischen Reaktion wird Histamin verstärkt aus bestimmten weißen Blutkörperchen (Mastzellen) freigesetzt und führt zu Juckreiz, Verengung der Bronchien und Erweiterung der Blutgefäße.
  • Er wird in den Belegzellen der Magenschleimhaut gebildet und zur Aufnahme von Vitamin B12 im Dünndarm benötigt. Ein Fehlen des Intrinsic Factors – zum Beispiel bei Atrophie (Rückbildung) der Magenschleimhaut oder Magenresektion – führt zu perniziöser Anämie.
  • Der Magenmund schließt sich an die Speiseröhre an und ist gegen sie durch den unteren Speiseröhrenschließmuskel abgegrenzt. Bei ungenügendem Verschluss entsteht die sogenannte Refluxkrankheit, bei der saurer Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließt.
  • Seltene, bösartige Tumoren, die bevorzugt im Magen-Darm-Trakt und in der Lunge auftreten und sich von bestimmten hormonbildenden Zellen ableiten. Bei Gastritis Typ A kommt es gelegentlich zu Karzinoidentstehung als Komplikation.
  • Der Magenkörper ist der größte Magenabschnitt. In der Schleimhaut sind Hauptzellen zur Produktion von Pepsinogen und Belegzellen zur Produktion von Magensäure und Intrinsic Factor eingelagert.
  • Die linke Magenkante ist größer und stellt die linke Krümmung des Magens dar.
  • Die rechte Magenkante stellt die rechte, kleinere Krümmung des Magens dar.
  • Bösartiger Tumor, der von der Magenschleimhaut ausgeht. Die chronische Gastritis Typ A und Typ B gehen mit einem erhöhten Magenkrebs-Risiko einher.
  • Die Bestandteile des Magensafts sind: Wasser, Schleim, Pepsin, Salzsäure. Täglich werden ein bis drei Liter mit einem pH-Wert von 1,0 bis 1,5 von den Drüsenzellen der Magenschleimhaut abgesondert.
  • MALT-Lymphome sind bösartige Wucherungen von lymphatischem Gewebe, die meist in Zusammenhang mit einer chronischen Gastritis Typ B entstehen.
  • Die Nebenzellen der Magenschleimhaut produzieren ein bikarbonatreiches, alkalisches Sekret, das zusammen mit dem reichlich produzierten Schleim eine dünne alkalische Schleimschicht als Schutzfilm der Magenschleimhaut bildet.
  • Inaktive Vorstufe des Pepsins, das erst in Anwesenheit von Magensäure in die aktive Form Pepsin gebracht wird. Es wird in den Hauptzellen der Magenschleimhaut gebildet und stellt ein eiweißspaltendes Enzym dar. Die Eiweißverdauung wird damit eingeleitet.
  • Perniziöse Anämie ist eine Art der Blutarmut, die entsteht, wenn zu wenig oder gar kein Intrinsic Factor von den Belegzellen der Magenschleimhaut gebildet wird. Der Intrinsic Factor ist notwendig, damit Vitamin B12 im unteren Dünndarm aufgenommen werden kann. Dieses benötigt der Organismus zur Herstellung funktionstüchtiger Erythrozyten im Knochenmark.
  • Maß für den sauren oder laugenartigen Zustand einer Flüssigkeit. Die Skala reicht von 0 (stark sauer) über 7 (neutral) bis 14 (stark alkalisch). Der pH-Wert der menschlichen Haut ist mit 5,5 leicht sauer.
  • Medikamente, die als Wirkstoff Metoclopramid, Cisaprid oder Domperidon enthalten und die Bewegungen im oberen Magen-Darm-Trakt beschleunigen. Sie werden auch bei chronischer Gastritis, hauptsächlich Typ C verordnet, da sie einem Rückfluss vom Duodenum in den Magen entgegenwirken.
  • Arzneistoffe, die die Bildung der Magensäure über die Hemmung einer sogenannten Protonenpumpe in bestimmten Zellen des Magens unterdrücken.
  • Der Magenpförtner bildet den Magenausgang zum Zwölffingerdarm und ist durch Ringmuskulatur verstärkt. In diesem Bereich sind hautsächlich schleimbildende Nebenzellen lokalisiert
  • Die Riesenfaltengastritis steht in Zusammenhang mit der chronischen Gastritis Typ B und bildet sich häufig nach einer Eradikationsbehandlung zurück. Sie ist charakterisiert durch besonders große Riesenfalten, die bei der Gastroskopie zu sehen sind.
  • Die Schleimhautbarriere des Magens stellt einen Schutz vor Selbstandauung durch die Magensäure dar. Sie wird durch den Schleim und das bikarbonathaltige Sekret der Nebenzellen gebildet. Auch eine ausreichende Schleimhautdurchblutung, die durch Prostaglandin gefördert wird, ist wichtig für die Intaktheit der Schleimhautbarriere.
  • Schwärzlich gefärbter Stuhl bei Blutungen aus dem Magen oder oberen Darmabschnitten
  • Diese Therapie wird bei der Eradikation des Erregers Helicobacter pylori angewandt. Der Patient erhält über sieben bis zehn Tage eine Kombination von Omeprazol, Clarithromycin und Amoxicillin beziehungsweise Metronidazol.
  • Unter Ulkuskrankheit versteht man die Geschwürskrankheit, das heißt das Auftreten von Geschwüren im Magen oder Duodenum (Zwölffingerdarm), die oft in Zusammenhang mit Helicobacter-pylori-Infektionen steht.
  • Das Helicobacter-pylori-Bakterium besitzt das Enzym Urease, mit dessen Hilfe es Harnstoff abbauen und ein alkalisches Milieu um sich aufbauen kann. Dadurch ist es vor Zerstörung durch die Magensäure geschützt.
  • Eine kleine Gewebeprobe aus dem Magen wird in eine Testflüssigkeit gegeben, die einen Farbindikator und Harnstoff enthält. Ist der Erreger Helicobacter pylori in der Probe enthalten, spaltet sein Enzym Urease den Harnstoff. Diese Spaltung zeigt der Farbindikator durch eine Rotfärbung an. Das Ergebnis liegt nach zwölf bis 24 Stunden vor.
  • Vitamin B12 (Cobalamin) ist insbesondere in tierischen Nahrungsmitteln wie Leber, Fisch, Milch und Milchprodukten enthalten. Es muss vom Körper mit der Nahrung aufgenommen werden. Für die Resorption von Vitamin B12 im Darm wird der von den Belegzellen des Magens produzierte Intrinsic Factor benötigt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 02.03.2017
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet;
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