Komplikationen der chronischen Gastritis (Magenschleimhautentzündung)

Bei den verschiedenen Typen der chronischen Gastritis (Magenschleimhautentzündung) können unterschiedliche Komplikationen auftreten: Bei Typ A besteht ein erhöhtes Risiko für Magenkrebs. Bei Typ B sind Magengeschwüre eine häufige Komplikation. Bei Typ C ist ebenfalls das Risiko für Magenkrebs und –geschwüre erhöht.

Komplikationen bei chronischer Gastritis Typ A

Die Veränderungen an der Schleimhaut bei chronischer Gastritis Typ A bringen ein erhöhtes Risiko für Magenkarzinome (Magenkrebs) mit sich. Außerdem wird durch die vermehrte Gastrinausschüttung häufig die Entstehung sogenannter Karzinoide im Magen beobachtet. Karzinoide sind seltene, bösartige Tumoren, die bevorzugt im Magen-Darm-Trakt und der Lunge auftreten und sich von bestimmten hormonbildenden Zellen ableiten.
Es handelt sich um langsam wachsende Tumoren, die bevorzugt Tochterabsiedlungen in der Leber bilden. Aus diesem Grund wird bei Typ-A-Gastritis empfohlen, in jährlichen Abständen gastroskopische Kontrollen durchzuführen. Durch die verminderte Aufnahme von Vitamin B12, das für die Bildung roter Blutkörperchen notwendig ist, entsteht eine besondere Form der Blutarmut – die sogenannte perniziöse Anämie.

Komplikationen bei chronischer Gastritis Typ B

Eine häufige Komplikation der chronischen Gastritis vom Typ B ist die Entstehung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren (Ulkuskrankheit). Umgekehrt lässt sich bei 70 bis 80 Prozent aller Magengeschwüre und bei 90 bis 100 Prozent aller Geschwüre des Zwölffingerdarms eine Helicobacter-pylori-Gastritis nachweisen. Die Behandlung der Helicobacter-pylori-Infektion führt oft zur Ausheilung der Ulkuskrankheit. Es besteht also ein eindeutiger Zusammenhang zwischen beiden Erkrankungen.

Die Helicobacter-pylori-Gastritis kann zudem über eine allmähliche Veränderung und Rückbildung der Schleimhaut zu Magenkrebs führen. Es scheinen aber auch noch andere Faktoren hinzukommen zu müssen, bevor ein Magenkarzinom entsteht. Nach einem Beschluss der Weltgesundheitsorganisation WHO gilt heute eine Helicobacter-pylori-Infektion als eindeutig krebsfördernder (karzinogener) Faktor. Das Risiko, an Magenkrebs zu erkranken, ist etwa zwei- bis sechsmal höher als bei einem Magengesunden.

Die seltenen MALT-Lymphome entstehen ebenfalls auf dem Boden einer Typ-B-Gastritis. Unter MALT-Lymphomen des Magens versteht man meist gering bösartige Wucherungen von lymphatischem Gewebe. Eine Behandlung der Helicobacter-pylori-Infektion führt bei 70 Prozent der MALT-Lymphome zu vollständiger Rückbildung.

Komplikationen bei chronischer Gastritis Typ C

Auch bei der chronischen Typ-C-Gastritis ist das Risiko für Magengeschwüre (Ulcera) und Magenkrebs erhöht.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 02.03.2017
  • Autor/in: Dr. med. Gerlind Souza-Offtermatt, Ärztin und Medizinjournalistin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: G. Schettler, H. Greten: Innere Medizin, Thieme Verlag 1998
  • Gross, P. Schölmerich, W. Gerok: Die Innere Medizin, Schattauer Verlag 1996
  • AWMF- Leitlinien: Gastritis und Ulkus
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