Diagnosestellung der chronischen Gastritis (Magenschleimhautentzündung)

Die Diagnose der chronischen Gastritis (Magenschleimhautentzündung) wird durch die feingewebliche Untersuchung der Gewebeproben gestellt, die bei der Gastroskopie entnommen werden.

Der untersuchende Pathologe kann feststellen, welcher Art die chronische Gastritis ist. Außerdem kann histologisch im entnommenen Gewebe eine Besiedelung mit Helicobacter pylori festgestellt werden.
Eine Besiedlung mit Helicobacter pylori kann außerdem festgestellt werden mittels:
  • Urease-Schnelltest
    Während der Gastroskopie wird auch eine Gewebeprobe für den sogenannten Urease-Schnelltest entnommen. Die Schleimhautprobe wird in eine Testflüssigkeit gegeben, die einen Farbindikator und Harnstoff enthält. Durch das von ihm produzierte Enzym Urease ist Helicobacter pylori in der Lage, Harnstoff zu spalten. Wenn der Keim in der Probe vorhanden ist, färbt sich die Testflüssigkeit durch die Spaltung des Harnstoffs rot.
  • Atemtest
    Der 13C- oder 14C-Harnstoff-Atemtest wird meist in der Nachsorge bereits behandelter Patienten durchgeführt und kann den Therapieerfolg dokumentieren. Dazu nimmt der Patient eine Testmahlzeit zu sich, die radioaktiv markierten Harnstoff enthält. Der Erreger Helicobacter pylori bildet mithilfe des Enzyms Urease daraus 13CO2, das in der Atemluft des Patienten nachweisbar ist und die Anwesenheit des Keims beweist. Die Menge des 13CO2 in der Atemluft kann quantitativ bestimmt werden. Die Strahlenbelastung durch den radioaktiv markierten Harnstoff ist als äußerst gering einzuschätzen und nicht gesundheitsschädigend.
  • Serologischer Nachweis
    Ein serologischer Nachweis ist die Bestimmung der Menge an Antikörpern gegen Helicobacter pylori im Blutserum (Antikörpertiter). Diese Antikörper werden vom Körper bei einer Infektion mit dem Erreger gebildet, können aber auch noch monate- oder jahrelang nach einer erfolgreichen Behandlung erhalten bleiben. Somit ist die Untersuchung nur bedingt aussagefähig für eine aktuelle Infektion. Nach erfolgreicher Therapie sollte es jedoch innerhalb von drei bis sechs Monaten zu einem Konzentrationsabfall von etwa 20 Prozent kommen.
  • Stuhluntersuchung
    Der Stuhl-Antigentest auf Helicobacter (HpSA) ist eine gute Alternative zum 13C-Harnstoff-Atemtest. Er kann ebenfalls zur Überprüfung des Therapieerfolges nach einer Behandlung durchgeführt werden und ist wesentlich preisgünstiger.

Bei Verdacht auf Typ-A-Gastritis werden zusätzlich folgende Untersuchungen durchgeführt:

  • Bestimmung der Antikörper im Blutserum, die der Körper gegen Belegzellen und den Intrinsic factor gebildet hat
Autoren und Quellen Aktualisiert: 02.03.2017
  • Autor/in: Dr. med. Gerlind Souza-Offtermatt, Ärztin und Medizinjournalistin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: G. Schettler, H. Greten: Innere Medizin, Thieme Verlag 1998
  • Gross, P. Schölmerich, W. Gerok: Die Innere Medizin, Schattauer Verlag 1996
  • AWMF- Leitlinien: Gastritis und Ulkus
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