Therapie bei Gallensteinen: endoskopisch retrograde Cholangio-Pankreatikografie

Werden Gallensteine nicht in der Gallenblase, sondern in den Gallengängen vermutet, so müssen sie zunächst mithilfe von bildgebenden Verfahren lokalisiert werden. Zum Einsatz können die Computertomografie (CT) oder eine spezielle Form der Magnetresonanztomografie (MRT), die Magnetresonanz-Cholangio-Pankreatikografie, kommen. Auch eine Endosonografie, bei der ein kleiner Ultraschallkopf am Endoskop angebracht ist, kann dabei helfen, den Stein aufzuspüren. Häufig eingesetzt wird die endoskopisch retrograde Cholangio-Pankreatikografie (ERCP).

Entfernung von Gallensteinen während der endoskopisch retrograden Cholangio-Pankreatikografie

Zum Teil können Gallensteine während einer endoskopisch retrograden Cholangio-Pankreatikografie auch entfernt werden. Bei der Untersuchung wird ein Schlauch über den Magen-Darm-Trakt bis zum Zwölffingerdarm vorgeführt. Von dort wird Kontrastmittel entgegen der Fließrichtung der Gallenflüssigkeit (retrograd) in die Gallengänge gespritzt. So lassen sich die Gallenwege auf einem Röntgenbild darstellen.

Wird ein Gallenstein gefunden, kann der Arzt während der endoskopisch retrograden Cholangio-Pankreatikografie eine spezielle Schlinge, die sogenannte Dormia-Schlinge, einführen und mit ihrer Hilfe den Stein entfernen. Befindet sich der Stein im Mündungsbereich des Gallengangs in den Zwölffingerdarm, kann dort ein kleiner Schnitt gesetzt werden. Dieser erweitert den Gang, der Stein kann mit der Gallenflüssigkeit in den Darm abfließen. Zudem wird der Bereich auch später nicht mehr so leicht von einem Stein verstopft.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.08.2012
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Anja Dolski, Medizinredakteurin; Christina Wiener, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Internisten im Netz: Gallensteine: http://www.internisten-im-netz.de/de_was-sind-gallensteine_882.html
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