Therapie bei Gallensteinen

Nicht alle Gallensteine bedürfen einer Therapie. Bleiben sie ohne Symptome und wurden nur zufällig entdeckt, kann eine Behandlung teilweise ausbleiben.

Kommt es aufgrund von Gallensteinen jedoch zu Beschwerden wie Fieber, einer Gallenkolik oder Gelbsucht, sollten sie entfernt werden. Befinden sich die Gallensteine in der Gallenblase, so ist eine Operation, bei der die gesamte Gallenblase entfernt wird, die sogenannte Cholezystektomie, Therapie der Wahl. Denn ohne Gallenblase zu leben ist für den Betroffenen unproblematisch.

Sind die Gallensteine in einem Gallengang zu finden, können sie eventuell während einer endoskopisch retrograden Cholangio-Pankreatikografie entfernt werden. Dazu wird während der Untersuchung eine Schlinge eingeführt, mit der der Stein aus dem Gallengang befördert werden kann, oder ein kleiner Schnitt gesetzt, durch den der Stein leichter in den Zwölffingerdarm abfließen kann.

Therapie der Gallenkolik

Bei einer akuten Gallenkolik bekommt der Betroffene meist schmerzlindernde und krampflösende Medikamente. Zudem muss er eine strikte Nulldiät einhalten, das heißt, er darf nichts essen. Erst nach etwa 24 Stunden darf wieder mit einer leichten Kost begonnen werden.

Litholyse: als Therapie bei einigen Patienten sinnvoll

Bei Menschen mit Gallensteinen, die noch keine Gallenkolik hatten, aber unter Symptomen wie einem Völle- oder Druckgefühl im Oberbauch oder Blähungen leiden, kann versucht werden, die Steine medikamentös aufzulösen. Dazu erhalten die Betroffenen meist eine Kombination aus zwei Gallensäuren, der Ursodesoxycholsäure und der Chenodesoxycholsäure. Eine solche Medikation verringert die Aufnahme von Cholesterin aus dem Darm und kann dazu führen, dass sich die Gallensteine auflösen.

Voraussetzung ist jedoch, dass es sich um reine Cholesterinsteine handelt, die keinen Kalk enthalten, und dass die Steine kleiner als fünf Millimeter sind. Darüber hinaus müssen die Gallenblase voll funktionsfähig und die Gallenwege frei sein. Außerdem darf keine Entzündung vorliegen. Zudem ist die Therapie sehr langwierig. Zwischen drei Monaten und zwei Jahren kann es dauern, bis die Steine aufgelöst sind. Und es besteht dennoch nur eine Erfolgsrate von 40 Prozent.

Stoßwellenlithotripsie: selten eingesetzte Therapie

Die extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (ESWL), bei der die Gallensteine mithilfe von Stoßwellen zertrümmert werden, kommt nur selten zum Einsatz. Die Therapie wird meist nur angewendet, wenn die Steine weder in einer Operation noch während einer endoskopisch retrograden Cholangio-Pankreatikografie entfernt werden können.

Bei der Stoßwellenlithotripsie befindet sich der Betroffene in einem Wasserbad. Seine Gallensteine werden gezielt mit Stoßwellen beschossen und dabei zertrümmert. Die Teile der Steine können dann mit der Gallenflüssigkeit über den Darm ausgeschieden werden. Die Therapie kann jedoch nur eingesetzt werden, wenn weniger als drei Steine vorliegen, die zudem nicht zu groß sind. Außerdem ist die Rückfallrate recht hoch.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.08.2012
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Anja Dolski, Medizinredakteurin; Christina Wiener, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Internisten im Netz: Gallensteine: http://www.internisten-im-netz.de/de_was-sind-gallensteine_882.html
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