Wie werden Gallensteine diagnostiziert? Diagnostik von Gallensteinen

Blähungen, Völlegefühl, Kolikschmerzen – der Verdacht auf Gallensteine besteht. Um herauszufinden, ob eine Person an Gallensteinen (Cholelithiasis) erkrankt ist, werden insbesondere bildgebende Verfahren durchgeführt.

Wenn der Verdacht auf Gallensteine (Cholelithiasis) besteht – also die typischen Symptome vorliegen – werden nach der Anamnese und einer körperlichen Untersuchung meist Ultraschallbilder angefertigt.

Ultraschall zur Diagnostik von Gallensteinen

Als wichtigste Untersuchungsmethode zur Diagnostik bei Gallensteinverdacht, gilt die Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes (transabdominale Sonografie). Sie ist nicht invasiv und anhand der Ultraschallbilder kann man in der Regel die Lage und Größe der Gallensteine und andere weitere krankhafte Veränderungen, beispielsweise eine Verdickung der Gallenblasenwand, erkennen.

Allerdings sind vor allem kleinere oder Gallengangssteine nicht immer mit einer Sonografie erkennbar. In diesen Fällen führt der Arzt eine Endosonografie durch. Mit einem Endoskop wird ein kleiner Ultraschallkopf wie bei einer Magen-Darm-Spiegelung  in den Körper eingeführt, wodurch kleinräumigere Ultraschallbilder entstehen und Gallensteine besser erkannt werden können. Wenn der Arzt Gallengangssteine (Choledocholithiasis) als Ursache für die Beschwerden vermutet, werden zusätzlich Blutuntersuchungen veranlasst.

Weitere Methoden zur Diagnostik von Gallensteinen

Eine weitere Methode um Gallensteine sichtbar zu machen, ist die Magnetresonanz-Cholangiopankreatikografie (MRCP) – sie ist eine Weiterentwicklung der herkömmlichen Magnetresonanztomografie (MRT), funktioniert berührungsfrei und ohne Kontrastmittel. Die Magnetresonanz-Cholangiopankreatikografie (MRCP) wird vor allem verwendet, wenn der Arzt intrahepatische Gallengangssteine vermutet – also wenn sich Steine in den Gallengängen innerhalb der Leber befinden.

Gallensteine können auch mithilfe der endoskopisch retrograden Cholangio-Pankreatikografie (ERCP) diagnostiziert – und im Anschluss entfernt – werden. Bei dieser Methode wird ein Endoskop über den Magen-Darm-Trakt bis zum Zwölffingerdarm geschoben. Von dort wird ein Kontrastmittel entgegen der Fließrichtung der Gallenflüssigkeit (retrograd) in die Gallengänge gespritzt. So lassen sich die Gallenwege auf einem Röntgenbild darstellen. Diese Methode sollte allerdings primär therapeutisch und nicht rein zu Diagnosezwecken eingesetzt werden.

Weiterführende Untersuchungen

Mit Gallensteinen können Erkrankungen, wie eine entzündete Gallenblase, entzündete Gallenwege oder eine entzündete Bauchspeicheldrüse einhergehen. Um diese zu diagnostizieren, werden zusätzlich zu den bildgebenden Methoden Blutuntersuchungen durchgeführt.

Präventiv werden Blutuntersuchungen in diesen Fällen durchgeführt: häufige Gallensteine in der Familie, Steine im Kindes- und Jugendalter, intrahepatische Gallengangsteine oder rezidivierende (wiederkehrende) Steine im Gallengang (Choledocholithiasis).
Autoren und Quellen Aktualisiert: 12.07.2018
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Kristina Wagenlehner, Medizinredakteurin
  • Quellen: S3-Leitlinie der deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten und der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) zur Prävention, Diagnostik und Behandlung von Gallensteinen, online unter: www.dgvs.de (03.07.2018).
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