Therapie bei Gallenblasenkrebs und Gallengangkrebs

Bei einem kleinen Tumor in der Gallenblase wird diese als Therapie meist entfernt. Auch bei Gallengangkrebs ist es teilweise möglich, das komplette Krebsgeschwür operativ zu entfernen. Hat der Tumor zudem noch keine oder nur wenige Metastasen (Tochtergeschwülste) gebildet, liegen die Heilungschancen bei immerhin 60 bis 80 Prozent.

Befindet sich ein Tumor in einem Gallengang nahe der Leber, muss bei der Operation meist auch ein Teil des Entgiftungsorgans entfernt werden. Liegt er dagegen in der Nähe des Zwölffingerdarms, ist es in vielen Fällen nötig, große Teile der umliegenden Organe zu entfernen: zwei Drittel des Magens, die Hälfte der Bauchspeicheldrüse, den Zwölffingerdarm und die Gallenblase.

Strahlentherapie und Chemotherapie

Meist wird zusätzlich zur Operation eine Strahlentherapie eingesetzt, die das Wachstum des Krebsgeschwürs hemmt. Vor der OP kann der Tumor damit verkleinert werden, sodass er besser entfernt werden kann.

Zum Teil kommt auch eine Chemotherapie zum Einsatz, bei der oft verschiedene Zytostatika miteinander kombiniert werden. Sowohl Gallenblasenkrebs als auch Gallengangkrebs sprechen jedoch oft schlecht auf die Chemotherapie an.

Therapie zur Linderung der Symptome im fortgeschrittenen Stadium

In vielen Fällen werden Gallenblasenkrebs und Gallengangkrebs erst sehr spät erkannt. Dann ist die Behandlung schwierig. Haben sich bereits viele Metastasen gebildet, beschränkt sich eine Therapie meist darauf, die Beschwerden des Betroffenen zu lindern und seine Lebensqualität zu verbessern. Beispielsweise treten Symptome auf, die durch den Gallenrückstau in die Leber verursacht werden. Dann kann während einer endoskopisch retrograden Cholangiopankreatikografie (ERCP) ein kleines Röhrchen – ein Stent – in die Engstelle in den Gallengängen eingebracht werden. Das verbessert den Gallenabfluss.

Das gleiche Ziel verfolgt eine photodynamische Therapie mittels Laser. Dazu wird ein Endoskop über den Magen-Darm-Trakt bis in die Nähe der Gallengänge vorgeschoben. Über das Endoskop wird eine Faser für das Laserlicht eingebracht und im Gallengang platziert. Das Laserlicht bringt Tumorzellen zum Absterben und der betroffene Gallengang wird wieder frei. Das Krebsgeschwür kann auf diese Weise jedoch nicht vollständig zerstört werden und wächst nach der Therapie wieder weiter. Deshalb muss die photodynamische Therapie regelmäßig wiederholt werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 10.04.2017
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Anja Dolski, Medizinredakteurin; Christina Wiener, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Deutsche Krebsgesellschaft: Gallenblasenkarzinom, Gallenblasenkrebs / Gallengangkarzinom, Gallengangkrebs: http://www.krebsgesellschaft.de/pat_ka_gallenblasenkrebs_definition,108005.html
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