Diagnostik beim Gallenblasenkrebs und Gallengangkrebs

Um zur Diagnose Gallenblasenkrebs oder Gallengangkrebs zu gelangen, werden verschiedene Untersuchungen durchgeführt. Bei Blutuntersuchungen sind die Leberwerte erhöht, die einen Gallenrückstau anzeigen: beispielsweise die Alkalische Phosphatase (AP), die Gamma-Glutamyl-Transferase (Gamma-GT) und der Bilirubinwert.

Verschiedene bildgebende Verfahren zur Stellung der Diagnose

Darüber hinaus sind bildgebende Verfahren wichtig, um die Diagnose Gallengangkrebs oder Gallenblasenkrebs stellen zu können. Mithilfe von Ultraschall, einer Röntgenuntersuchung, einer Computertomografie (CT) oder einer Magnetresonanztomografie (MRT) lässt sich die Position des Tumors feststellen. Beim Ultraschall wird neben der Oberbauchsonografie auch die Endosonografie angewendet, bei der der Ultraschallkopf über eine flexible Sonde wie bei einer Magenspiegelung eingeführt wird. Während der Ultraschalluntersuchung hat der Arzt auch die Möglichkeit, über Punktionsnadeln Probematerial zu entnehmen.  

Eine Weiterentwicklung der herkömmlichen Magnetresonanztomografie (MRT) ist die Magnetresonanz-Cholangiopankreatikografie (MRCP). Hierbei werden berührungsfrei und ohne Kontrastmittel die Gallen-und Bauchspeicheldrüsengänge im MRT untersucht. Allerdings ist bei dieser Methode keine Probenentnahme aus verdächtigen Arealen möglich.

ERCP oder PTC bei Verdacht auf die Diagnose Gallengangkrebs

Wird ein Krebsgeschwür in den Gallengängen vermutet, kommt meist ein weiteres bildgebendes Verfahren zum Einsatz: die endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikografie (ERCP). Bei dieser Untersuchung wird ein Endoskop über den Magen-Darm-Trakt in den Zwölffingerdarm eingeführt. Von dort wird Kontrastmittel entgegen der Fließrichtung der Gallenflüssigkeit (retrograd) in die Gallengänge gespritzt. Auf einem anschließend angefertigten Röntgenbild sind die Gallengänge und Verschlüsse darin sichtbar. Außerdem kann im Rahmen der Untersuchung eine Biopsie durchgeführt werden: Dabei wird Gewebe entnommen, das im Anschluss genau unter dem Mikroskop untersucht wird.

Ist eine endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikografie nicht möglich, kann eventuell eine perkutane transhepatische Cholangiografie (PTC) eingesetzt werden, um die Diagnose Gallengangkrebs zu sichern. Dabei wird ein größerer Gallengang in der Leber durch die Haut mit einer speziellen Nadel angestochen und ebenfalls Kontrastmittel injiziert. Anschließend wird wie bei der ERCP der Bauchraum geröntgt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 10.04.2017
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Anja Dolski, Medizinredakteurin; Christina Wiener, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Deutsche Krebsgesellschaft: Gallenblasenkarzinom, Gallenblasenkrebs / Gallengangkarzinom, Gallengangkrebs: http://www.krebsgesellschaft.de/pat_ka_gallenblasenkrebs_definition,108005.html
  • Univeristätsklinikum Ulm: Gallenblasen-/Gallengangskarzinom (http://www.uniklinik-ulm.de/struktur/zentren/cccu/home/fuer-patienten-und-angehoerige/krebsbehandlung/krebs-spezifisch/gallenblase-gallengangskarzinom.html#c22045)
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