Gallenblasenkrebs und Gallengangkrebs

Gallenblasenkrebs und Gallengangkrebs sind seltene bösartige Tumoren. Sie machen nur ein bis zwei Prozent aller Krebserkrankungen aus. Betroffen sind vor allem Menschen über 60 Jahren. Während Gallengangkrebs bei Männern häufiger vorkommt, sind von Gallenblasenkrebs mehr Frauen betroffen.

Besonders Gallengangkrebs ist eine aggressive Krebsart und deshalb schlecht zu behandeln. Die Prognose für die Betroffenen ist meist schlecht. Etwas besser ist sie bei einer besonderen Form des Gallengangkrebses – dem Klatskin-Tumor. Hierbei handelt es sich um ein Krebsgeschwür, das sich an der Vereinigung der beiden aus der Leber führenden Gallengänge entwickelt. Es wächst im Vergleich zu anderen Gallengangkarzinomen eher langsam, was die Heilungschancen verbessert.

Ursachen für Gallenblasenkrebs und Gallengangkrebs

Was Gallenblasenkrebs und Gallengangkrebs verursacht, ist noch nicht abschließend geklärt. Bei beiden Krebsarten werden Gallensteine als eine mögliche Ursache angenommen. Chronische Entzündungen der Gallenblase können über die Vorstufe Porzellangallenblase zu Gallenblasenkrebs führen. Bei Gallengangkrebs stehen ein Befall der Gallengänge durch Parasiten wie Leberegel, die primär sklerosierende Cholangitis, Zigarettenrauch und die chronische entzündliche Darmerkrankung Colitis ulcerosa im Verdacht, eine Rolle bei der Entstehung des Tumors zu spielen.

Fehlende Symptome erschweren die Diagnosestellung

Gallenblasenkrebs und Gallengangkrebs verursachen im Frühstadium kaum Symptome. Und die bestehenden Beschwerden – etwa Verdauungsprobleme – werden meist nicht mit einer Krebserkrankung in Verbindung gebracht. Deshalb werden Tumoren in Gallenblase und Gallengängen oft nur zufällig entdeckt oder in einem späten Stadium, wenn bereits Gelbsucht und andere deutliche Symptome auftreten. Dann ist die Erkrankung jedoch meist schon weit fortgeschritten und die Prognose schlecht.

Bei Verdacht auf Gallenblasenkrebs oder Gallengangkrebs können neben einer Blutuntersuchung, bei der verschiedene Leberwerte gemessen werden, bildgebende Verfahren helfen, die Diagnose zu sichern und den Tumor zu lokalisieren.

Therapie bei Gallenblasenkrebs und Gallengangkrebs

Bei kleinen Tumoren in der Gallenblase oder den Gallengängen kann eine Operation helfen. Wenn das Krebsgeschwür vollständig entfernt werden kann, ist die Prognose recht gut. Da Gallenblasenkrebs und Gallengangkrebs jedoch oft erst spät erkannt werden, muss sich die Therapie in vielen Fällen darauf beschränken, die Beschwerden des Betroffenen zu lindern und seine Lebensqualität zu erhöhen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 10.04.2017
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Anja Dolski, Medizinredakteurin; Christina Wiener, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Deutsche Krebsgesellschaft: Gallenblasenkarzinom, Gallenblasenkrebs / Gallengangkarzinom, Gallengangkrebs: http://www.krebsgesellschaft.de/pat_ka_gallenblasenkrebs_definition,108005.html
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