Therapie der Gallenblasenentzündung

Menschen mit einer akuten Gallenblasenentzündung (Cholezystitis) wird in der Regel innerhalb der ersten 24 Stunden die Gallenblase operativ entfernt. Denn ohne Therapie drohen schwerwiegende Komplikationen.

Chronische oder akute Gallenblasenentzündung: So wird sie behandelt

Während früher bei der akuten Cholezystitis häufig mit Schmerzmitteln und Antibiotika behandelt wurde, wird heute empfohlen, die Gallenblase innerhalb von 24 Stunden nach der Diagnose zu entfernen (Cholezystektomie). Unterstützend kommen Schmerzmittel und Antibiotika zum Einsatz.

Die deutsche ACDC-Studie aus dem Jahr 2013 ergab, dass die Morbidität, in der Gruppe der sofort operierten Patienten signifikant geringer war. Zusätzlich konnten die Länge des Klinikaufenthalts und die Behandlungskosten reduziert werden. Die Sterblichkeitsrate war in beiden Behandlungsgruppen vergleichbar. Die Studie untersuchte jedoch nur Patienten mit leichter bis mittelschwerer Erkrankung und nicht die langfristigen Auswirkungen einer Gallenblasenentfernung auf die Lebensqualität der Patienten.

Bestehen die Krankheitszeichen jedoch schon länger, wird nicht gleich operiert. Der Betroffene erhält zunächst schmerz- und krampflösende Medikamente gegen die Schmerzen. Bei einer bakteriellen Gallenblasenentzündung verschreibt der Arzt zusätzlich Antibiotika. Zudem muss der Betroffene für mindestens 24 Stunden eine strenge Nulldiät einhalten und auch für einige weitere Tage auf fette Speisen verzichten. Ungefähr vier Wochen später wird die Gallenblase dann operativ entfernt.

Entfernung der Gallenblase: meist laparoskopische Operation

Heute wird die Gallenblase nur noch sehr selten in einer offenen Bauch-OP entfernt. Nur wenn sie sehr stark entzündet ist oder wenn der Verdacht auf einen Tumor besteht, ist ein Bauchdeckenschnitt nötig. In den meisten Fällen reicht jedoch eine laparoskopische Operation (minimalinvasiv). Dabei werden kleine Schnitte in die Bauchdecke gemacht, über die Instrumente eingeführt werden und die Gallenblase entfernt wird. Das hat den Vorteil, dass seltener Komplikationen bei der Wundheilung auftreten und die Patienten meist weniger Schmerzen nach der Operation haben.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 23.01.2019
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Christina Wiener, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Acute cholecystitis: http://www.nlm.nih.gov/medlineplus/ency/article/000264.htm
  • Chronic cholecystitis: http://www.nlm.nih.gov/medlineplus/ency/article/000217.htm
  • Akute Cholezystitis: Die frühzeitige Operation ist dem konservativen Vorgehen überlegen, Deutsches Ärzteblatt
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