Komplikationen bei einer Gallenblasenentzündung

Eine akute Gallenblasenentzündung (Cholezystitis) muss schnell behandelt werden. Sonst kann es zu schwerwiegenden Komplikationen kommen.

Perforation der Gallenblase: Wenn die Gallenblasenwand reißt

Bei einer Gallenblasenentzündung ist meist der Druck in der Gallenblase erhöht. Die Gallenblase erscheint dann stark gefüllt (Gallenblasenhydrops) und enthält manchmal Eiter (Gallenblasenemphyem). Eine stark überfüllte Gallenblase kann dazu führen, dass die entzündete Gallenblasenwand an einer Stelle einreißt. Man nennt dies Perforation. Die Folgen können schwerwiegende Komplikationen wie etwa eine Bauchfellentzündung sein, die durch die austretende Gallenflüssigkeit und Bakterien entsteht. Darüber hinaus kann es zu einer Blutvergiftung (Sepsis) sowie zu Verbindungen zum Darm (Fisteln) kommen.

Porzellangallenblase: Komplikation der chronischen Gallenblasenentzündung

Bei einer chronischen Gallenblasenentzündung entwickelt sich häufig eine sogenannte Porzellangallenblase, wenn sich Kalk und Bindegewebe in die Gallenblasenwand einlagern. Die Gallenblase wird dadurch hart und weiß. Durch ständige Entzündungsvorgänge kann sie auch vernarben und  schrumpfen (Schrumpfgallenblase).

Die Gallenblase kann sich in der Folge nicht mehr richtig zusammenziehen und gibt deshalb weniger Gallenflüssigkeit ab. Auf diese Weise können neue Gallensteine entstehen. Zudem ist bei einer Porzellangallenblase das Risiko für Gallenblasenkrebs deutlich erhöht. Eine Porzellangallenblase sollte deshalb operativ entfernt werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 23.01.2019
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Christina Wiener, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Acute cholecystitis: http://www.nlm.nih.gov/medlineplus/ency/article/000264.htm
  • Chronic cholecystitis: http://www.nlm.nih.gov/medlineplus/ency/article/000217.htm
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