Therapie von FSME und Borreliose

Eine Borreliose sollte in der Frühphase mit Antibiotika behandelt werden. Je früher die Therapie beginnt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie früh ausheilt. Mittel der ersten Wahl sind Tetrazykline. Wichtig ist, dass Sie die Antibiotika lange genug und in der richtigen Dosierung erhalten. In der späteren Borreliose-Phase verabreicht der Arzt das Antibiotikum meistens intravenös, weil so eine höhere Dosierung möglich ist.

Antibiotika-Therapie unbedingt zu Ende führen

Unterbrechen Sie die Therapie in keinem Fall auf eigene Faust. Auch wenn Sie keine Beschwerden mehr haben: Nehmen Sie die Medikamente so lange, wie der Arzt es angeordnet hat. Wenn Sie die Therapie vorzeitig beenden, ist eine vollständige Heilung nicht gewährleistet. Es kann zu einem neuen Ausbruch der Erkrankung (Rezidiv) kommen, der dann eine noch längere Antibiotika-Therapie nötig macht.

Auch in der Schwangerschaft muss der Arzt eine Borreliose mit Antibiotika behandeln, denn eine unbehandelte Borreliose kann für das Kind gefährlich werden. Sie brauchen vor einer Antibiotika-Therapie in der Schwangerschaft keine Angst zu haben: Es gibt inzwischen eine Reihe Antibiotika, die dem Kind nicht schaden.
Info
Vor einer vorbeugenden Antibiotika-Therapie nach einem Zeckenstich rät das Robert Koch Institut ab. Antibiotika sind nur sinnvoll, wenn eine Borreliose vorliegt.

FSME: Es ist nur eine Therapie der Symptome möglich

Bei der FSME sind Antibiotika dagegen wirkungslos, da es sich bei der Frühsommer-Meningoenzephalitis um eine Viruskrankheit handelt. Antibiotika wirken nur bei bakteriellen Infektionen. Für die FSME gibt es keine Therapie, die die Ursachen bekämpft. Der Arzt kann nur versuchen, die Symptome zu lindern. Eine Behandlung mit FSME-Immunglobulin-Präparaten, das heißt, eine passive Impfung, entspricht nicht mehr dem neuesten wissenschaftlichen Stand.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 31.03.2014
  • Autor/in: Dr. med. Michaela Axt-Gadermann, Hautfachärztin und Medizinjournalistin; Dr. Anne Dietel, Ärztin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Robert Koch Institut: Ratgeber zur Frühsommer-Meningoenzephalitis (28.04.2006)
  • Robert Koch Institut: Epidemiologisches Bulletin zur Lyme-Borreliose (27.04.2007)
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