Borreliose-Symptome zeigen sich an der Haut

Die Lyme-Borreliose ist eine Krankheit, die sich an unterschiedlichen Organen bemerkbar machen kann – insbesondere an der Haut, den Gelenken, am Nervensystem und Herzen.

Zeckenwarnung © Thinkstock
Die frühe Borreliose-Phase ist gekennzeichnet durch eine Rötung, die sich ringförmig um die Bissstelle ausbreitet und scharf umgrenzt ist – die sogenannte Wanderröte (Erythema chronicum migrans). Das Erythema migrans tritt einige Tage bis Wochen nach dem Zeckenbiss auf und kann begleitet sein von unspezifischen Beschwerden wie Fieber, Bindehautentzündung (Konjunktivitis), Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen und Lymphknotenschwellungen.
Wichtig!
Die Erscheinung der Wanderröte muss nicht unbedingt in der Nähe des Zeckenstichs auftreten sondern kann auch an einer anderen Stelle des Körpers auftauchen. Wer diese typische Hautveränderung nach einem Zeckenstich feststellt, sollte einen Arzt aufsuchen.

Später kommen starke Schmerzen hinzu

Das Erythema migrans ist ein Frühsymptom einer Borreliose und sollte deshalb sofort mit einem Antibiotikum behandelt werden. Hinzu kommt, dass die Borreliose-Therapie in der Frühphase am erfolgreichsten ist.

Wird die Borreliose im Frühstadium nicht behandelt, kann es Monate nach der Infektion zu einer schmerzhaften Entzündung der peripheren Nerven, der Nervenwurzeln und Gehirnnerven, insbesondere der Gesichtsnerven kommen. Diese Symptome werden als Bannwarth-Syndrom oder Neuroborreliose bezeichnet.

Gesichtslähmungen sind charakteristisch

Typisch sind brennende Schmerzen vor allem in der Gegend des Erythema migrans und oft auch Lähmungen, besonders Gesichtslähmungen (Fazialisparese). Bei 60 Prozent der Betroffenen leidet auch der Tastsinn. Bleibt die Erkrankung unbehandelt, können sich in einer späten Borreliose-Phase starke Gelenkbeschwerden (Lyme-Arthritis) anschließen. Allerdings kann die charakteristische Phaseneinteilung völlig fehlen. Es ist möglich, dass sich die Borreliose mit einer Gelenkentzündung, typischerweise am Kniegelenk, erstmals bemerkbar macht und das Erythema migrans oder die Neuroborreliose ausbleiben.

In sehr seltenen Fällen ist im Frühstadium das Herz betroffen. Ein gutartiger Hauttumor, das Borrelien-Lymphozytom, kommt nur in Ausnahmefällen vor.

In der Spätphase sind Gelenke und Haut betroffen

In der späten Phase spielt sich die Borreliose hauptsächlich an den Gelenken ab. Es kommt zur Lyme-Arthritis, einer Gelenkentzündung. Am häufigsten ist das Kniegelenk betroffen, aber auch Sprunggelenk und Ellenbogengelenk können sich entzünden. Etwas seltener tritt die Arthritis an Finger-, Zehen-, Handwurzel- und Kiefergelenk auf.

Oft wird die Haut dünn wie Zigarettenpapier
Typisch für das Spätstadium ist außerdem eine besondere Hautentzündung, die sich Acrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer nennt: Bei dieser Hauterkrankung bildet sich die Haut zurück, sie wird so dünn wie Zigarettenpapier und färbt sich violett. Die Hautveränderungen treten vor allem an den Fingern, Händen, Füßen, Zehen, der Nase und am Kinn auf sowie an Ellenbogen und Knie, wo sie oft mit starken Schmerzen einhergehen.

In sehr seltenen Fällen ist in der Spätphase eine Entzündung des Gehirns und des Rückenmarks (Enzephalomyelitis) möglich, die zu bleibenden Schäden wie Lähmungen führen kann.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 14.07.2017
  • Autor/in: Dr. med. Michaela Axt-Gadermann, Hautfachärztin und Medizinjournalistin; Dr. Anne Dietel, Ärztin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Robert Koch Institut: Ratgeber zur Frühsommer-Meningoenzephalitis
  • Robert Koch Institut: Epidemiologisches Bulletin zur Lyme-Borreliose
  • Robert Koch-Institut: Häufig gestellte Fragen zu Borreliose, 2014. http://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Borreliose/Borreliose.html
  • Robert Koch-Institut: Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), 2015. http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_FSME.html
  • Dr. V. Fingerle: Lyme-Borreliose, Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. http://www.lgl.bayern.de/gesundheit/infektionsschutz/infektionskrankheiten_a_z/borreliose/lyme_therapie.html
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