Zecken: Was stimmt?

Zecken lassen sich von Bäumen fallen und sollten beim Herausziehen gedreht werden? Nicht alles, was man über die kleinen Blutsauger hört, ist wahr.

Zecke © Thinkstock
Zecken können gefährliche Krankheiten wie Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose übertragen. Deshalb ist es sehr wichtig, sich gut vor Zeckenstichen zu schützen. Und hat doch einmal einer der kleinen Blutsauger zugestochen, sollte der Betroffene richtig reagieren. Aber was ist richtig? Im Folgenden erfahren Sie, wie viel Wahrheit hinter den acht größten Zecken-Mythen steckt.

Mythos 1: Zecken lassen sich von Bäumen auf ihren Wirt herabfallen

Das ist falsch. Zecken lassen sich weder von Bäumen fallen, noch können sie springen. Vielmehr warten sie auf Grashalmen, Ästen von Büschen oder herumliegenden Baumstämmen. Nur sehr selten sind sie in einer Höhe von mehr als einem Meter zu finden. Streift ein Mensch oder Tier an dem Grashalm oder Ast, auf dem die Zecke sitzt, vorbei, hält sich die Zecke blitzschnell fest und gelangt so auf seinen Wirt.

Mythos 2: Manche Menschen sind für Zecken attraktiver als andere

Darüber ist nichts bekannt. Ob ein Mensch häufig von Zecken gestochen wird oder nicht ist eher von seinem Verhalten abhängig. Personen, die oft in der Natur unterwegs sind und eventuell auch abseits von befestigten Wegen gehen, haben demnach ein höheres Risiko für einen Zeckenstich.

Mythos 3: Außerhalb von FSME-Risikogebieten sind Zeckenstiche ungefährlich

Das stimmt nicht. Außerhalb von FSME-Risikogebieten – die vor allem in Süddeutschland zu finden sind – ist die Wahrscheinlichkeit zwar sehr gering, nach einem Zeckenstich an Frühsommer-Meningoenzephalitis zu erkranken. Doch können Zecken in ganz Deutschland Borrelien übertragen. Diese Bakterien können die gefährliche Lyme-Borreliose verursachen.

Mythos 4: Wie der Name schon sagt: Frühsommer-Meningoenzephalitis tritt nur im Frühsommer auf

Das stimmt nicht. Der Name der Krankheit ist irreführend und kommt daher, dass manche Zeckenarten tatsächlich nur im Frühsommer aktiv sind und nur zu dieser Zeit die Krankheitserreger auf den Menschen übertragen können. Die in Deutschland am weitesten verbreitete Zeckenart – der Gemeine Holzbock – ist jedoch den ganzen Sommer über und bis in den Herbst aktiv. Wenn der Winter besonders mild ist, kann er sogar in der kalten Jahreszeit zustechen und die Viren, die FSME verursachen, übertragen.

Mythos 5: Mit geeigneter Kleidung ist man ausreichend vor Zecken geschützt

Das stimmt nicht. Lange Hosen und Ärmel sowie feste Schuhe bieten zwar Schutz, jedoch nur bis zu einem gewissen Grad. Sie erschweren es der Zecke, eine geeignete Hautstelle zu finden. Da Zecken aber ohnehin einige Zeit auf ihrem Wirt umherkrabbeln bevor sie zustechen, können sie auch bei langer Kleidung an ihr Ziel gelangen. Es sind also weitere Vorsichtsmaßnahmen – wie das Absuchen des Körpers nach Zecken – nötig.

Mythos 6: Mit einem Anti-Zeckenmittel ist man ausreichend vor Zecken geschützt

Auch das ist nur teilweise richtig. Die Mittel, die Zecken abwehren sollen – sogenannte Repellentien – wirken nur für ein paar Stunden. Zudem werden sie meist nicht unter der Kleidung aufgetragen. Gelangt eine Zecke auf eine unbehandelte Hautstelle, kann sie trotz Repellent zustechen. Anti-Zeckenmittel bieten also keinen umfassenden Schutz und sollten nur zusätzlich zu anderen Vorsichtsmaßnahmen eingesetzt werden.

Mythos 7: Vor dem Entfernen sollte man die Zecke mit Klebstoff oder Öl ersticken

Diese Maßnahme ist nicht nur unsinnig, sondern mitunter sogar gefährlich. Denn durch das Öl oder den Klebstoff wird die Zecke gereizt und gibt vermehrt Speichel in die Wunde ab. So können auch vermehrt Krankheitserreger in den Körper gelangen.

Mythos 8: Beim Herausziehen sollte man die Zecke drehen

Auch das ist falsch. Ähnlich wie beim Ersticken mit Klebstoff oder Öl, kann auch das Drehen die Zecke reizen und dazu veranlassen, dass sie vermehrt Speichel und Krankheitserreger abgibt. Außerdem kann die Drehbewegung dazu führen, dass der Kopf des Tiers abreißt und in der Wunde stecken bleibt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 14.07.2017
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Christina Landauer, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Robert Koch-Institut: Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Zecken, Zeckenstich, Infektion: http://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/FSME/Zecken/Zecken.html
  • Robert Koch-Institut: Häufig gestellte Fragen zu Borreliose, 2014. http://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Borreliose/Borreliose.html
  • Robert Koch-Institut: Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), 2015. http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_FSME.html
  • Dr. V. Fingerle: Lyme-Borreliose, Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. http://www.lgl.bayern.de/gesundheit/infektionsschutz/infektionskrankheiten_a_z/borreliose/lyme_therapie.html
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