Zecken richtig entfernen

Wenn Sie Zecken entdecken, die sich in der Haut festgesaugt haben, sollten Sie diese so schnell wie möglich entfernen. Das Infektionsrisiko wächst, je länger die Zecke saugt. Dies gilt für Borreliose und vermutlich auch für FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis).

Zecke auf Grashalm © iStock

Frühes Entfernen der Zecken mindert das Borreliose-Risiko

Eine Untersuchung an Hamstern und Mäusen hat gezeigt: Wenn die Zecke nach spätestens 24 Stunden entfernt wurde, infizierte sich nur eines von 14 Tieren mit Borrelien. Saugten die Zecken dagegen 72 Stunden, erkrankten 13 von 14 Tieren an Borreliose.

Das beste Instrument: Zecken-Zange oder die Finger

Es ist wichtig, Zecken sachgemäß zu entfernen, das bedeutet:
  • Entfernen Sie die Zecke umgehend, am besten mit einer spitzen Pinzette, einer speziellen Zecken-Zange oder einer Zeckenkarte. Sie sind preiswert in Apotheken erhältlich.
  • Mit der Pinzette beziehungsweise Zange muss die Zecke so nah wie möglich an der Haut erfasst und dann ohne zu drehen langsam aus der Haut herausgezogen werden. Mithilfe der Zeckenkarte (die einen speziell geformten Schlitz aufweist) wird die Zecke aus der Haut geschoben. Oft lassen sich Zecken auch gut mit den Fingern (beziehungsweise Fingernägeln) entfernen. Der Tastsinn sorgt für ein „gefühlvolles" Entfernen – das heißt, die Gefahr, dass Widerhaken in der Haut verbleiben, ist geringer.
  • Vermeiden Sie, die Zecke – vor allem im Bereich des Hinterleibs – zu quetschen, denn dann gelangen vermehrt Krankheitserreger in den Körper.
  • Veraltet und gefährlich ist, Öl oder Klebstoff auf die Zecke zu tropfen: Dadurch entleert die Zecke zusätzlich Erreger ins Blut.
  • Desinfizieren Sie nach Entfernung der Zecke die Wunde gründlich.
  • Steckt der Zeckenkopf noch in der Haut, müssen Sie keine Angst haben: Eine Zecke ohne Körper ist tot und überträgt auch keine Erreger mehr. Der Kopf wird von der Haut irgendwann abgestoßen.
  • Wenn Sie die Zecke nicht selbst entfernen können, suchen Sie einen Arzt auf.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 14.07.2017
  • Autor/in: Dr. med. Michaela Axt-Gadermann, Hautfachärztin und Medizinjournalistin; Dr. Anne Dietel, Ärztin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Robert Koch Institut: Ratgeber zur Frühsommer-Meningoenzephalitis
  • Robert Koch Institut: Epidemiologisches Bulletin zur Lyme-Borreliose
  • Robert Koch-Institut: Häufig gestellte Fragen zu Borreliose, 2014. http://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Borreliose/Borreliose.html
  • Robert Koch-Institut: Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), 2015. http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_FSME.html
  • Dr. V. Fingerle: Lyme-Borreliose, Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. http://www.lgl.bayern.de/gesundheit/infektionsschutz/infektionskrankheiten_a_z/borreliose/lyme_therapie.html
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