Infektionswege von FSME und Borreliose

Zecken sind Parasiten, die sich vom Blut von Säugetieren ernähren. Sie leben in Bodennähe – in hohem Gras, Unterholz, Sträuchern, Büschen sowie losem Laub. Sie fallen nicht, wie häufig vermutet, von den Bäumen herab.

Beim Spaziergang gelangen die Holzböcke, wie die Zecken auch genannt werden, leicht auf Kleidung oder Haut und suchen dann nach einer warmen Körperstelle, an der sie sich festsaugen können.

Schnelle Entfernung der Zecke schützt vor Infektion

Ist eine Zecke mit Borrelien, einer Bakterienart, oder FSME-Viren infiziert, kann sie die Erreger mit ihrem Speichel auf den Menschen übertragen. Je länger die Zecke in der Haut steckt und Blut saugt, desto größer ist das Infektionsrisiko. Es ist deshalb wichtig, Zecken schnell zu entfernen.

Borreliose: häufigste durch Zecken übertragene Krankheit

Am häufigsten übertragen Zecken in Mitteleuropa die Lyme-Borreliose. „Lyme“ heißt diese Art der Borreliose, weil sie im amerikanischen Ort Lyme in den 1970er Jahren erstmals beschrieben wurde. Etwa fünf bis 35 Prozent der Zecken sind von Borrelien befallen. Der Erreger der Borreliose ist meistens die Borrelia burgdorferi, eine erst 1982 entdeckte Bakterienart. Nach einem Zeckenstich ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts bei eineinhalb bis sechs Prozent der Betroffenen mit einer Borrelien-Infektion zu rechnen, die aber nicht immer zu Beschwerden führt.

FSME-Risiko nur in bestimmten Regionen

Bei der FSME,der Frühsommer-Meningoenzephalitis, handelt es sich um eine durch einen Virus hervorgerufene Hirnhautentzündung. Allerdings führt nicht jeder Stich einer infizierten Zecke automatisch zu einer FSME. Dazu kommt: Nur etwa 30 Prozent der Infizierten zeigen überhaupt Symptome.
Info
Zecken, die Borreliose übertragen, gibt es in ganz Deutschland, FSME-Überträger dagegen nur in bestimmten Gebieten.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 14.07.2017
  • Autor/in: Dr. med. Michaela Axt-Gadermann, Hautfachärztin und Medizinjournalistin; Dr. Anne Dietel, Ärztin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Robert Koch Institut: Ratgeber zur Frühsommer-Meningoenzephalitis
  • Robert Koch Institut: Epidemiologisches Bulletin zur Lyme-Borreliose
  • Robert Koch-Institut: Häufig gestellte Fragen zu Borreliose, 2014. http://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Borreliose/Borreliose.html
  • Robert Koch-Institut: Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), 2015. http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_FSME.html
  • Dr. V. Fingerle: Lyme-Borreliose, Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. http://www.lgl.bayern.de/gesundheit/infektionsschutz/infektionskrankheiten_a_z/borreliose/lyme_therapie.html
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