Diagnostik bei FSME und Borreliose

Die Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) äußern sich gerade in den frühen Krankheitsphasen durch recht allgemeine Symptome wie Abgeschlagenheit, leichtes Fieber, Schwindel und Kopfschmerzen. Bei der Borreliose kommt meistens noch das Erythema migrans (Wanderröte) hinzu, was die Diagnose erleichtert.

Liquor-Entnahme etwas aufwendiger

Aber auch in diesem Fall sollte der Arzt die Diagnose Borreliose durch einen Bluttest sichern. Aus den betroffenen Hautstellen, dem Erythema migrans, und auch aus anderen Geweben kann der Arzt Biopsien entnehmen und kulturelle Erregernachweise führen. Bei Verdacht auf eine Beteiligung des Nervensystems entnimmt er zusätzlich aus dem Rückenmark Nervenflüssigkeit (Liquor). Dazu punktiert er im Lendenwirbelbereich den Wirbelkanal mit einer Nadel.

FSME-Diagnose durch Nachweis von Viren oder Antikörpern

Das FSME-Virus beziehungsweise sein Genom lässt sich zu Beginn der Infektion oft direkt im Blut beziehungsweise in der Nervenflüssigkeit (Liquor) nachweisen. In der späteren Phase ist der Nachweis indirekt: Die FSME-Infektion zeigt sich an Abwehrstoffen (Antikörper), die der Organismus bei der Bekämpfung des Virus bildet. Wenn der Patient jedoch gegen FSME geimpft ist, reicht der Nachweis von Antikörpern im Blut oder Serum nicht für die Diagnose FSME: Schließlich können die Antikörper auch eine Reaktion auf den Impfstoff sein.

Borreliose-Bluttest erst recht spät möglich

Bei der Borreliose ist die Diagnose durch eine Blut- oder Liquoruntersuchung komplizierter: Erst sechs Wochen nach dem Zeckenbiss lassen sich Antikörper nachweisen – und dies nur bei etwa 20 bis 50 Prozent der Patienten. Erst einige Wochen später, wenn oft schon brennende Schmerzen und Lähmungen auftreten, können Labormediziner die Antikörper bei 70 bis 90 Prozent der Betroffenen nachweisen. In der späten Borreliose-Phase hat der Körper inzwischen so viele Antikörper gebildet, dass ein Nachweis meistens kein Problem mehr darstellt.

Manchmal ist der Test falsch-positiv

Eine Schwierigkeit gibt es allerdings noch bei der Diagnose der Borreliose: Der Erreger der Borreliose, das Borrelia burgdorferi, ähnelt manchmal stark anderen Krankheitserregern. So kommt es vor, dass der Test für eine Borreliose spricht, obwohl keine Infektion vorliegt. Mediziner sprechen auch von einem falsch-positiven Test. Besteht der Verdacht eines falsch-positiven Tests, sind weitere Untersuchungen notwendig: Etwa eine Untersuchung von Urin, Nervenflüssigkeit oder einer Gewebeprobe aus der Haut.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 31.03.2014
  • Autor/in: Dr. med. Michaela Axt-Gadermann, Hautfachärztin und Medizinjournalistin; Dr. Anne Dietel, Ärztin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Robert Koch Institut: Ratgeber zur Frühsommer-Meningoenzephalitis (28.04.2006)
  • Robert Koch Institut: Epidemiologisches Bulletin zur Lyme-Borreliose (27.04.2007)
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