Flöhe und Flohstiche

Die Annahme, dass Flöhe in Industrienationen durch die hohen Hygienestandards ausgestorben sind, ist falsch. Flohbefall gibt es immer noch. Die Anzeichen für Flohstiche: kleine, rötliche Papeln, die stark jucken. Typisch ist: Sie treten meist in einer Reihe auf und an Körperstellen, die von Kleidung bedeckt sind.

Floh Parasit © iStockKatzenfloh.

Flöhe: millimeterkleine Parasiten

Parasiten Flohbisse auf der Haut. © Public DomainFlohstiche treten meist gehäuft auf. Weil sie stark jucken, werden sie oft – wie hier – aufgekratzt.
Flöhe haben in der Regel einen bevorzugten Wirt. So gibt es Menschen-, Hunde-, Katzen-, Schweine-, Kaninchen-, Ratten- oder Vogelflöhe. Fehlt ihnen ihr ursprünglicher „Blutspender“, saugen sie auch Blut bei anderen Wirten. Flöhe sind nur 1,5 bis etwa 3 Millimeter groß. Die Parasiten haben eine abgeflachte Körperform, keine Flügel, aber kräftige Hinterbeine, die ihnen bis zu einem halben Meter lange Sprünge erlauben.
Der Entwicklungszyklus dieser Insekten besteht aus Ei, Larve, Puppe und Floh. Er dauert – je nach Nahrung, Temperatur und Feuchtigkeit – eine Woche bis zu etwa einem Jahr. Steht dem Parasiten ein Wirt zur Verfügung, saugt er mehrmals täglich Blut. Fehlt diese Energiequelle, können Flöhe trotzdem Monate überleben.

Flohstiche jucken stark

In unseren Breiten sind Menschen meist von Stichen der Flöhe ihrer Haustiere – Hund oder Katze – betroffen. Die Stiche jucken oft sehr stark. Beim Zustechen sondern die Parasiten nämlich ein speichelähnliches Sekret ab, das den Juckreiz auslöst. Wird dann gekratzt, können sich die Stiche entzünden. Sonst heilen sie in der Regel in wenigen Tagen gänzlich ab. Besonders empfindliche Menschen reagieren auf Flohstiche jedoch mit einer ausgeprägten Hautallergie.
Flohstich © vitapublicFlohstiche.

Flöhe können Krankheiten übertragen

Bei ihrer Blutmahlzeit sind vor allem Flöhe in den Tropen bekannt als Überträger von Bakterien und Krankheiten wie Pest, Fleckfieber und Tularämie (Hasenpest, eine Nagerkrankheit, die in seltenen Fällen auch den Menschen infizieren kann). In unseren Breitengraden sind diese Risiken durch einen Flohstich allerdings so gut wie ausgeschlossen.

Flohstiche richtig behandeln und vorbeugen

Flohstiche werden symptomatisch mit einem Anti-Histaminikum gegen den Juckreiz behandelt. Falls Entzündungen auftreten oder der Verdacht auf eine bakterielle Infektion besteht, verschreibt der Arzt Antibiotika. Zusätzlich ist sorgfältige Körperhygiene wichtig. Darüberhinaus muss man auf jeden Fall Kleidung und die häusliche Umgebung gründlich reinigen. Denn in Betten, Teppichen und Polstern können die Parasiten monatelang überleben. Bei stärkerem Befall muss ein Kammerjäger hinzugezogen werden. Falls Haustiere vorhanden sind: Haben sie Flöhe, sollte der Tierarzt befragt werden, welche Sprays und Puder sinnvoll sind. Außerdem helfen Flohschutzbänder dabei, das Haustier frei von Parasiten zu halten.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 07.03.2017
  • Autor/in: Monika Preuk M. A. Medizinredakteurin/Dagmar Stefanek-Brandl, Ärztin und Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Quellen: Online-Information des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand 2010)
  • Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.
  • Website des Robert Koch Instituts, Ratgeber Infektionskrankheiten
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