Ursachen und Risikofaktoren für das Fibromyalgiesyndrom

Über Ursachen und Risikofaktoren für das Fibromyalgiesyndrom gibt es bis jetzt nur Theorien – die Entstehung ist noch nicht geklärt. Wahrscheinlich ist, dass die genetische Veranlagung in Kombination mit biologischen, psychischen und sozialen Faktoren zu Reaktionen im Körper führen, die wiederum die Symptome verursachen.

Es ist jedoch häufig unklar, ob bestimmte Faktoren Ursache für das Fibromyalgiesyndrom sind, oder etwa als Folge der Erkrankung auftreten.

Risikofaktor: genetische Veranlagung

Das Fibromyalgiesyndrom tritt in Familien gehäuft auf. Das konnte in Studien belegt werden. Deshalb liegt die Vermutung nahe, dass die genetische Veranlagung ein Risikofaktor für das FMS ist.

Ursachen in der Lebensgeschichte

Eine weitere Theorie geht davon aus, dass die Ursachen für das Fibromyalgiesyndrom in der Lebensgeschichte des Betroffenen zu suchen sind. Raucher, Übergewichtige und Menschen, die sich zu wenig bewegen, scheinen ein erhöhtes Risiko für das Fibromyalgiesyndrom zu haben. Auch anhaltender Stress, körperliche Misshandlungen, sexueller Missbrauch und andere psychische Faktoren scheinen zu den Risikofaktoren zu gehören.

Veränderungen bei Neurotransmittern

Untersuchungen zeigen, dass bei Menschen mit dem Fibromyalgiesyndrom einige Botenstoffe des Nervensystems (Neurotransmitter) in anderer Konzentration vorliegen, als bei gesunden Menschen. Die Werte für Serotonin, das Schmerzen hemmt, sind niedriger. Die Substanz P, die schmerzverstärkend wirkt, liegt in höherer Konzentration vor. Diese Veränderungen führen dazu, dass die Betroffenen Schmerzen anders verarbeiten und ihre Schmerzschwelle niedriger ist. Veränderungen bei den Neurotransmittern konnten jedoch auch bei anderen chronischen Schmerzerkrankungen nachgewiesen werden.

Risikofaktor gestörte Schmerzverarbeitung

Eine niedrigere Schmerzschwelle konnte bei Fibromyalgiepatienten bereits nachgewiesen werden. Diese kann aus Veränderungen bei den Neurotransmittern resultieren, sie kann aber auch durch eine gestörte Schmerzverarbeitung im Gehirn verursacht sein. Diese Störung entsteht, wenn Schmerzen im Gehirn zu strukturellen Veränderungen führen. Das bedeutet, das Hirn erlernt die Schmerzen und reagiert später sensibler auf Reize.

Weitere Risikofaktoren

Neben den genannten kommen noch einige weitere Risikofaktoren als Ursache für das Fibromyalgiesyndrom infrage. Beispielsweise stehen hormonelle Veränderungen, eine Störung der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenachse, Veränderungen des Immunsystems, Vitamin-D-Mangel, Unfälle und Infektionskrankheiten in Verdacht, eine Rolle bei der Entstehung der Erkrankung zu spielen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 11.07.2012
  • Autor/in: Christina Wiener, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Leitlinie der Interdisziplinären Vereinigung für Schmerztherapie (DIVS): Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie des Fibromyalgiesyndroms (2012)
  • Universitätsklinikum Heidelberg: Patienteninformation über Fibromyalgie: http://www.fibro-heidelberg.de/
  • Fibromyalgie – jeden Tag neu beginnen: Ratgeber der Deutschen Rheumaliga (2008)
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