Therapie des Fibromyalgiesyndroms: Psychotherapie und multimodale Therapie

Eine beim Fibromyalgiesyndrom häufig eingesetzte Form der Psychotherapie ist die kognitive Verhaltenstherapie. Grundlage ist, dass die Betroffenen gemeinsam mit den Therapeuten ungünstige Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen im Bezug auf ihre Erkrankung identifizieren. Anschließend üben sie, diese durch positive Verhaltensweisen zu ersetzen. So lernen die Patienten, mit der Krankheit und den Schmerzen besser umzugehen.

In einer kognitiven Verhaltenstherapie erlernen die Betroffenen auch Entspannungsverfahren. Dazu gehören zum Beispiel die progressive Muskelentspannung nach Jacobson, autogenes Training oder Atemtechniken. Das wirkt sich sehr positiv auf den Verlauf des Fibromyalgiesyndroms aus.

Weitere Formen der Psychotherapie

Neben der Verhaltenstherapie können auch Hypnose und geleitete Imagination gegen die Beschwerden des Fibromyalgiesyndroms helfen. Mit beiden Verfahren können das allgemeine Befinden verbessert und die Schmerzen gelindert werden. Sie sind zudem gut geeignet, weil sie – einmal mithilfe eines Therapeuten erlernt – auch selbstständig zu Hause durchgeführt werden können.

Psychotherapie kann beim Fibromyalgiesyndrom alleine eingesetzt werden. Wirksamer ist sie jedoch in Kombination mit Bewegung. Man nennt das multimodale Therapie.

Multimodale Therapie

Die Leitlinie der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Schmerztherapie (DIVS) beschreibt die multimodale Therapie als die Kombination mindestens eines aktivierenden Verfahrens (zum Beispiel Bewegungstherapie) mit mindestens einem psychotherapeutischen Verfahren (zum Beispiel Verhaltenstherapie).  Neben Verhaltens- und Bewegungstherapie eingesetzt werden können spezielle Physiotherapien, Entspannungstechniken, Ergotherapie, Arbeitsplatztraining oder Kunst- und Musiktherapie.

Die multimodale Therapie wird beim Fibromyalgiesyndrom sehr erfolgreich angewandt. Sie verbessert in den meisten Fällen die Lebensqualität der Betroffenen, indem sie Schmerzen und Müdigkeit lindert.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 11.07.2012
  • Autor/in: Christina Wiener, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Leitlinie der Interdisziplinären Vereinigung für Schmerztherapie (DIVS): Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie des Fibromyalgiesyndroms (2012)
  • Universitätsklinikum Heidelberg: Patienteninformation über Fibromyalgie: http://www.fibro-heidelberg.de/
  • Fibromyalgie – jeden Tag neu beginnen: Ratgeber der Deutschen Rheumaliga (2008)
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