Therapie beim Fibromyalgiesyndrom: Bewegungstherapie und physikalische Verfahren

Bei leichten Formen des Fibromyalgiesyndroms reicht es häufig schon aus, eine Bewegungstherapie durchzuführen. Daneben können auch einige physikalische Maßnahmen zur Therapie des FMS beitragen.

Ausdauer- und Krafttraining

Sowohl Ausdauer- als auch Krafttraining werden beim Fibromyalgiesyndrom empfohlen, um die Beschwerden zu lindern. Beide Formen der Bewegungstherapie sollten auf den Trainingsstand des Betroffenen angepasst und die Intensität langsam gesteigert werden. Als Ausdauertraining eignen sich Sportarten wie Walking, Radfahren, Schwimmen oder Aquajogging. Die Betroffenen sollten den Sport drei bis vier Mal die Woche für 30 bis 40 Minuten mit niedriger bis mittlerer Intensität ausüben.

Die Fibromyalgiepatienten können Ausdauer- und Krafttraining nach einer Anleitung selbstständig ausführen. Beides ist jedoch auch Teil einer Physiotherapie, die häufig von der Krankenkasse getragen wird.

Funktionstraining

Auch Funktionstraining ist eine Form der Bewegungstherapie und beinhaltet Trocken- und Wassergymnastik. Es kann in vielen Fällen Schmerzen und Müdigkeit reduzieren und die Lebensqualität verbessern. Das Funktionstraining gehört zur Leistung der Krankenkassen und kann vom Arzt für 24 Monate verordnet werden. Kursleiter bei der Bewegungstherapie sind speziell ausgebildete Physiotherapeuten und Krankengymnasten. Angeboten werden Kurse beispielsweise von der Deutschen Fibromyalgie Vereinigung oder der Deutschen Rheuma-Liga.

Meditative Bewegungstherapien

Ob Tai-Chi, Qi-Gong, Yoga oder Feldenkrais: Auch meditative Bewegungstherapien können die Schmerzen und die Müdigkeit beim Fibromyalgiesyndrom lindern. Kurse werden immer wieder von Volkshochschulen angeboten. Teilweise können bei den Krankenkassen Zuschüsse beantragt werden.

Physikalische Verfahren

Die Leitlinie der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Schmerztherapie (DIVS) empfiehlt nur bestimmte physikalische Verfahren zur Therapie des Fibromyalgiesyndroms – beispielsweise Thermalbäder. Sie tragen zu einer Schmerzreduktion bei. Für andere Wärmebehandlungen wie Fango oder eine Infrarottherapie konnte bisher weder nachgewiesen werden, dass sie wirken, noch dass sie nicht wirken. Entgegen anderen Empfehlungen wird in der Leitlinie jedoch von Massagen und einer Kältetherapie abgeraten. Sie scheinen die Beschwerden sogar noch zu verstärken.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 11.07.2012
  • Autor/in: Christina Wiener, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Leitlinie der Interdisziplinären Vereinigung für Schmerztherapie (DIVS): Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie des Fibromyalgiesyndroms (2012)
  • Universitätsklinikum Heidelberg: Patienteninformation über Fibromyalgie: http://www.fibro-heidelberg.de/
  • Fibromyalgie – jeden Tag neu beginnen: Ratgeber der Deutschen Rheumaliga (2008)
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