Therapie bei Fettstoffwechselstörungen

Sport, gesunde Ernährung, Nichtrauchen – bei der Behandlung von Fettstoffwechselstörungen (Hyperlipoproteinämie) steht ein gesunder Lebensstil an erster Stelle. Weil gerade Fettstoffwechselstörungen oft die Folge von Fehlernährung und Bewegungsmangel sind, lassen sie sich auf diese Weise meist gut in den Griff bekommen.

Reicht die Lebensstiländerung nicht aus, können die Blutfettwerte zusätzlich mit Medikamenten gesenkt werden. Dazu stehen Statine, Fibrate, Nikotinsäuren, Gallensäureharze, Phytosterole, Ezetimib zur Verfügung.

Anders verhält es sich mit den erblich bedingten Fettstoffwechselstörungen: Liegt eine familiäre Hypercholesterinämie vor, ist zusätzlich zu einem gesunden Lebensstil in jedem Fall eine medikamentöse Therapie notwendig. Oftmals werden diese Patienten auch mit einer Plasmapherese – einer speziellen Art der Blutwäsche – behandelt.

Neue Wirkstoffe in Aussicht

Die Forschung ist ständig auf der Suche nach neuen Wirkstoffen. Hoffnungsträger sind zum Beispiel die sogenannten CETP-Hemmer, die den Spiegel des „guten“ HDL-Cholesterins erhöhen sollen. Allerdings konnten sich die CETP-Hemmer bisher nicht in klinischen Studien bewähren. Auch auf PCSK9-Hemmer werden große Hoffnungen gesetzt. Sie sollen die Fähigkeit der Leber steigern, „schlechtes“ LDL-Cholesterin aus dem Blut zu entfernen. Zurzeit laufen Studien, die die Nebenwirkungsrate ermitteln sollen.

Krankheiten als Ursache der Fettstoffwechselstörung behandeln

Bei vielen Patienten ist die Fettstoffwechselstörung auch sekundär bedingt, also Folge einer anderen Krankheit wie Magersucht, Schilddrüsenunterfunktion oder Diabetes mellitus. In diesen Fällen muss die Grundkrankheit behandelt werden – beispielsweise durch Einstellen der Blutzuckerwerte oder Behandlung der Schilddrüsenunterfunktion mit Hormonen. Selbstverständlich ist auch bei der sekundären Fettstoffwechselstörung eine Umstellung der Lebensgewohnheiten immer Teil der Therapie.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 17.05.2017
  • Autor/in: Dr. med. Beate-Maria Effertz, Ärztin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Dr. Ursula Kassner, Ärztin, Lipidambulanz Campus Virchow Klinikum, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Jean-Pierre Després, Isabelle Lemieux, Denis Prud`hommeTreatment of obesity: Need to focus on high risk abdominally obese patientsBMJ 2001, 322:716-20
  • NCEP Report - Implications of Recent Clinical Trials for the National Cholesterol Education ProgramAdult Treatment Pannel der III Guidelines
  • European Guidelines on CVD prevention, Third Joint European Societies Tasks Force on CVD Prevention in Clinical Practice, European Heart Journal (2003)24, 1601-1610
  • Handbuch der Fettstoffwechselstörungen - Schwandt, Peter, Parhofer, Klaus (Hgg.) Schattauer-Verlag, 3.Aufl. 2007
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