Umstrittene Cholesterinsenker bei Fettstoffwechselstörungen

Einigen Vitaminen wie Vitamin A, seiner Vorstufe Beta-Karotin und Vitamin E wird nachgesagt, dass sie gefäßschützend wirken und das Arterioskleroserisiko verringern. In neueren amerikanischen Studien zeigt sich jedoch, dass Vitamin-A- und Vitamin-E-Präparate das Herzinfarkt-Risiko nicht senken. Karotin in hohen Dosen über einen längeren Zeitraum eingenommen, lässt das Herzinfarktrisiko sogar geringfügig steigen.

Eine hoch dosierte, zusätzliche Einnahme von Vitaminen ist also nicht sinnvoll. Eine gesunde und vitaminreiche Ernährung ist dagegen zu empfehlen: Bevölkerungsstudien haben gezeigt, dass Menschen, die sich vitaminreich ernähren, seltener unter Herzkrankheiten leiden.

Zwar führten die Gesellschaftsgruppen mit geringerem Risiko insgesamt einen gesünderen Lebensstil: Sie ernährten sich ballaststoffreicher, vielseitiger sowie fettärmer und bewegten sich darüber hinaus mehr. Dennoch spielen Vitamine, die wir auf natürlichem Wege zu uns nehmen, für die Gefäße eine gewisse Rolle: Sie fangen freie, zellschädigende Radikale ab. Auf diese Weise schützen sie nicht nur das Immunsystem, sondern auch die Gefäßwände vor schädlichen Einflüssen.

Artischocken-Extrakt schützt offenbar nicht vor hohem Cholesterin

Artischocken-Extrakt hilft bei Verdauungsstörungen, denn es fördert den Gallenfluss. Diese Erkenntnis gilt als gesichert. Ob Artischocken-Extrakt auch den Cholesterinspiegel senken kann, ist jedoch umstritten. Die wenigen sorgfältigen Studien, die es zu diesem Thema gibt, konnten keinen bedeutenden lipidsenkenden Effekt nachweisen. Für ein endgültiges Urteil fehlen Untersuchungen, in denen Artischocken-Extrakt über einen längeren Zeitraum angewendet wird.

Kaffee hat keinen Einfluss auf den Cholesterinspiegel

Kaffee erhöht das Cholesterin entgegen manchem Gerücht nicht. Lediglich der auf skandinavische Art zubereitete Kaffee soll einigen Studien zufolge das Cholesterin um bis zu zehn Prozent erhöhen. Espresso und Filterkaffee gelten dagegen als bedenkenlos.

Allerdings sollten Patienten mit Bluthochdruck nicht exzessiv Kaffee konsumieren, da er den Blutdruck steigen lässt, was – ebenso wie hohes Cholesterin – gefäßschädigend wirkt. Ein absoluter Kaffeeverzicht ist jedoch nicht notwendig.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 17.05.2017
  • Autor/in: Dr. Maria Beate Effertz, Ärztin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Welchen Einfluss hat die Ernährung auf die Lipide?, Anja Vogt, Elisabeth Steinhagen-Thiessen, Pharm. Unserer Zeit, 2003.(6), Wiley-VCH Verlag, Weinheim
  • Lipidambulanz im Interdisziplinären Stoffwechselzentrum der Charite, Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen Thiessen, http://lipidambulanz.charite.de
  • Gerd Herold, Lehrbuch der Inneren Medizin, 2005, Kapitel: Stoffwechselstörungen
  • P. Schwandt, W. Richter, K. Pahofer, Handbuch der Fettstoffwechselstörungen, Schattauer Verlag, 2000
  • European Guidelines on CVD prevention, Third Joint European Societies Tasks Force on CVD Prevention in Clinical Practice, European Heart Journal (2003)24, 1601-1610
  • Werner O. Richter, Taschenbuch der Fettstoffwechselstörungen, Praktische Tipps und Therapie, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2004
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