Änderung des Lebensstils bei Fettstoffwechselstörungen

Ein gesunder Lebensstil mit der richtigen Ernährung, ausreichend Bewegung und Rauchverzicht kann bei Fettstoffwechselstörungen (Hyperlipoproteinämie) viel bewirken. Was Sie selbst dafür tun können, um Ihre Blutfettwerte positiv zu beeinflussen.

Viele Menschen vermeiden es, die Treppe zu nehmen, ziehen das Auto dem Fahrradfahren oder dem Zufußgehen vor. Ihren Appetit können sie jederzeit stillen: An jeder Straßenecke wird Fettiges und Süßes angeboten. Doch für einen solchen Lebensstil sind wir nicht geschaffen. Fett in größeren Mengen zu essen, war früher sinnvoll, als es Hungerperioden gab, als das Fleisch noch erjagt oder durch schwere körperliche Tätigkeit zubereitet werden musste.
Heute ist Bewegung nicht mehr Teil des Alltagslebens, doch die Ernährung erinnert mehr denn je an die eines Schwerstarbeiters. Unter ungünstigen Umständen führt dieses Überangebot zu einem Anstieg der Blutfettwerte. Ein Überschuss an Blutfetten führt wiederum zu Arteriosklerose: Fettpartikel lagern sich in der Arterienwand ein, im Laufe der Zeit bilden sich sogenannte Plaques und Verkalkungen, die schließlich zu Gefäßeinengungen und Durchblutungsstörungen führen. Rauchen und Bewegungsmangel fördern und beschleunigen Arteriosklerose erheblich. Langfristig führt ein Zuviel an Cholesterin und anderen Blutfetten also zu Gefäß- und Herz-Kreislauf-Krankheiten – der häufigsten Todesursache in der westlichen Welt.

Die richtige Ernährung kann vorbeugen

Bei einer Fettstoffwechselstörung besteht also in jedem Fall – ob ursächlich oder nicht – ein Zusammenhang mit der Ernährung. Eine ballaststoffreiche Ernährung, die arm an tierischen Fetten ist, kann der Erkrankung vorbeugen oder ihren Verlauf positiv beeinflussen. Wie eng bestimmte Krankheiten mit den Ernährungsgewohnheiten verbunden sind, wird am Beispiel der japanischen Bevölkerung deutlich, die viel Fisch und wenig Fett isst: Japaner leiden viel seltener unter Herz-Kreislauf-Krankheiten als Mitteleuropäer und Einwohner der USA.

Viele Menschen begründen den Griff zu Fastfood und Süßigkeiten mit Zeitmangel. Doch die Zeitersparnis wird fragwürdig angesichts der Lebenszeit, die wir durch die Folgen einer Herz-Kreislauf-Krankheit verlieren. Ein gesunder Lebensstil dagegen bringt zusätzliche Lebensqualität und Energie mit sich.

Der Lebensstil insgesamt beeinflusst den Fettstoffwechsel

Aber nicht nur Menge und Art der konsumierten Nahrungsfette beeinflussen den Cholesterinspiegel beziehungsweise Blutfettspiegel. Auch andere Lebensgewohnheiten spielen eine Rolle:
  • Regelmäßiger Ausdauersport erhöht das gute HDL-Cholesterin.
  • Ein geringer Konsum von Zucker senkt die Menge der Triglyzeride.
  • Weniger Alkohol senkt die Menge der Triglyzeride.
  • Verzicht aufs Rauchen: Es konnte gezeigt werden, dass bei Rauchern ein Rauchstopp den HDL-Cholesterinwert ansteigen ließ.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 17.05.2017
  • Autor/in: Dr. Maria Beate Effertz, Ärztin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Welchen Einfluss hat die Ernährung auf die Lipide?, Anja Vogt, Elisabeth Steinhagen-Thiessen, Pharm. Unserer Zeit, 2003.(6), Wiley-VCH Verlag, Weinheim
  • Lipidambulanz im Interdisziplinären Stoffwechselzentrum der Charite, Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen Thiessen, http://lipidambulanz.charite.de
  • Gerd Herold, Lehrbuch der Inneren Medizin, 2005, Kapitel: Stoffwechselstörungen
  • P. Schwandt, W. Richter, K. Pahofer, Handbuch der Fettstoffwechselstörungen, Schattauer Verlag, 2000
  • European Guidelines on CVD prevention, Third Joint European Societies Tasks Force on CVD Prevention in Clinical Practice, European Heart Journal (2003)24, 1601-1610
  • Werner O. Richter, Taschenbuch der Fettstoffwechselstörungen, Praktische Tipps und Therapie, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2004
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