Gewicht und Cholesterin

Essen Sie nur so viel, wie ihr Körper wirklich braucht. Denn ein Überangebot an Fetten und Fettsäuren führt zur Ausbildung von Fettdepots. Der Körper benötigt diese Fette zur unmittelbaren Energieversorgung nicht. Er verwendet hierzu die Kohlenhydrate aus der Nahrung. Überschüssiges Cholesterin wird beispielsweise in den Arterienwänden abgelagert. Die anderen Fette werden in den Fettdepots eingelagert.

Erst bei längerer körperlicher Anstrengung greift der Körper auf diese Fettdepots als Energiequelle zurück. Außerdem enthält Fett einen deutlich höheren Energiegehalt als die anderen Nahrungsbestandteile. Gemessen wird der Energiegehalt in Kilokalorien (kcal) oder Kilojoule (kJ):

Soviel enthält ein Gramm

Fett 9 kcal (37 kJ)
Kohlenhydrat 4 kcal (17 kJ)
Eiweiß 4 kcal (17 kJ)
Alkohol 7 kcal (30 kJ)
Wie lässt sich Übergewicht vermeiden? Prinzipiell gilt: Die Kalorienzufuhr darf den Kalorienverbrauch nicht überschreiten. Der Energiebedarf in Ruhe – auch Grundumsatz genannt – beträgt durchschnittlich 30 Kilokalorien pro Kilogramm und Tag (kcal/kg/Tag) oder 130 Kilojoule pro Kilogramm und Tag (kJ/kg/Tag). Eine Frau, die 60 Kilogramm wiegt, hat also einen Grundumsatz von 1.800 Kilokalorien.

Bei körperlicher Anstrengung steigt der Energiebedarf. Er ist außerdem von Alter, Geschlecht, Größe und Aktivität abhängig. Leichte körperliche Aktivität erfordert zusätzlich zirka ein Drittel der Energie des Grundbedarfs. Die Kalorienzufuhr würde also insgesamt 40 kcal/kg/Tag betragen. Für eine Frau mit 60 Kilogramm bedeutet dies eine Kalorienzufuhr von 2.400 Kilokalorien.

Stimmt mein Gewicht? Body-Mass-Index und Bauchumfang liefern Anhaltspunkte

Ob Sie Übergewicht haben, können Sie anhand des BMI (Body-Mass-Index) feststellen. Er ist ein Maß für die Beurteilung des Körpergewichts und errechnet sich aus Körpergröße in Kilogramm geteilt durch Körpergröße in Quadratmeter.

Inzwischen halten viele Mediziner hinsichtlich einer Risikoaussage den Bauchumfang für aussagekräftiger, denn viel Bauchfett gilt als Risikofaktor für Fettstoffwechselstörungen, Herz-Kreislauf-Krankheiten und Diabetes, wie diverse Studien der vergangenen Jahre belegt haben.

Das Bauchfett produziert viele Entzündungsbotenstoffe, die unter anderem Diabetes mellitus und Arteriosklerose fördern können. Aus diesem Grund gelten üppige Hüften und Oberschenkel – die Birnenform – als weniger bedenklich als ein massiger Bauch, das heißt die Apfelform. Der Bauchumfang von Frauen sollte unter 80 bis 88 Zentimetern liegen, der von Männern zwischen 94 und 102 Zentimetern – je nach Expertenmeinung.

Selbst erteilte Essverbote und strikte Diätverordnungen helfen meistens wenig, um eine Überernährung und deren Folgen zu vermeiden. Hilfreicher ist, sich der eigenen Ernährung bewusster zu werden, Lebensgewohnheiten in Frage zu stellen und die allgemeinen Tipps der Ernährungswissenschaftler zu beherzigen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 17.05.2017
  • Autor/in: Dr. Maria Beate Effertz, Ärztin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Welchen Einfluss hat die Ernährung auf die Lipide?, Anja Vogt, Elisabeth Steinhagen-Thiessen, Pharm. Unserer Zeit, 2003.(6), Wiley-VCH Verlag, Weinheim
  • Lipidambulanz im Interdisziplinären Stoffwechselzentrum der Charite, Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen Thiessen, http://lipidambulanz.charite.de
  • Gerd Herold, Lehrbuch der Inneren Medizin, 2005, Kapitel: Stoffwechselstörungen
  • P. Schwandt, W. Richter, K. Pahofer, Handbuch der Fettstoffwechselstörungen, Schattauer Verlag, 2000
  • European Guidelines on CVD prevention, Third Joint European Societies Tasks Force on CVD Prevention in Clinical Practice, European Heart Journal (2003)24, 1601-1610
  • Werner O. Richter, Taschenbuch der Fettstoffwechselstörungen, Praktische Tipps und Therapie, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2004