Ernährungstipps bei Fettstoffwechselstörungen

Die Ernährung und das Essverhalten umzustellen, erscheint manchem Patienten mit Fettstoffwechselstörungen oder Übergewicht als unlösbare Aufgabe. Doch das muss es nicht sein.

Vollkornbrot mit roter Bete und Avocado © iStock
Kleine Tricks helfen bereits, sich gesünder zu ernähren:
  • Essen Sie langsam und kauen Sie jeden Bissen gründlich. Nach dem Essen stellt sich das Sättigungsgefühl erst nach etwa 30 Minuten ein. Viele Menschen spüren zu spät, wann sie satt sind und essen deshalb mehr als notwendig. Wer sich mit dem Essen Zeit lässt, empfindet früher ein Sättigungsgefühl.
  • Bevorzugen Sie vollwertige und ballaststoffreiche Lebensmittel: Sie erfordern längeres gründlicheres Kauen. So essen Sie automatisch weniger. Das ist nicht nur gut für Ihre Cholesterinwerte und Ihr Körpergewicht. Das ausgiebige Kauen tut auch Ihren Zähnen gut.
  • Braten in der Pfanne erfordert relativ viel Fett. Eine gute Alternative ist Grillen, Garen im Ofen, Dünsten oder Schmoren. Eine beschichtete Pfanne ist ebenfalls eine Möglichkeit, den Fettverbrauch zu reduzieren. Braten Sie am besten mit pflanzlichen Ölen wie Sonnenblumen- oder Rapsöl.
  • Vorsicht vor Panade: Sie saugt viel Fett auf und beinhaltet viele Kohlenhydrate. Bei vielen Lebensmitteln – wie bei der Panade, aber auch bei Fertiggerichten, Fastfood, Keksen, Nüssen und Kuchen – ist auf den ersten Blick gar nicht zu erkennen, dass sie viel Fett und viele Kohlenhydrate enthalten. Ernährungswissenschaftler sprechen deshalb auch von versteckten Fetten.
  • Die asiatische Küche ist durch die Vielfalt und Verwendung frischer Zutaten eine gesunde und schmackhafte Art der Ernährung. Kochen im Wok funktioniert am besten mit wenig hochwertigem Pflanzenöl, frischem Gemüse und kurzen Garzeiten.
  • Ziehen Sie gelegentlich Graubrot dem Weißbrot vor. Noch besser: Vollkornbrot. Oder probieren Sie doch mal ein Brot ohne Weizenmehl – zum Beispiel Dinkel- oder Haferbrot.
  • Reis, Nudeln (am besten in der Vollkornversion) oder Kartoffeln sind gute Kohlenhydratlieferanten und eine Alternative zu Weißbrot. Sie enthalten Ballaststoffe. Kartoffeln sind zusätzlich reich an Vitamin C. Zur Orientierung: Eine kleine Portion Reis oder Nudeln entspricht zwei Scheiben Brot, eine kleine Portion Kartoffeln einer Scheibe Brot. Eine große Portion Reis oder Nudeln entspricht vier bis fünf Scheiben Brot.
  • Mögen Sie lieber weißen Reis oder Nudeln, können Sie die Ballaststoffe in Form von Gemüse oder Obst ergänzen.
  • Ersetzen Sie Nahrungsmittel mit vielen gesättigten Fettsäuren – etwa Butter, Käse oder Speck – durch Nahrungsmittel mit einem hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Greifen Sie zum Beispiel zu Pflanzenölen oder Margarine anstatt zur „guten Butter“ oder Speck.
  • Entscheiden sie sich häufiger gegen Zucker – zum Beispiel in Form von Saft, Limonade, Fruchtjoghurts, Süßigkeiten, Eis und Kuchen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 17.05.2017
  • Autor/in: Dr. Maria Beate Effertz, Ärztin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Welchen Einfluss hat die Ernährung auf die Lipide?, Anja Vogt, Elisabeth Steinhagen-Thiessen, Pharm. Unserer Zeit, 2003.(6), Wiley-VCH Verlag, Weinheim
  • Lipidambulanz im Interdisziplinären Stoffwechselzentrum der Charite, Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen Thiessen, http://lipidambulanz.charite.de
  • Gerd Herold, Lehrbuch der Inneren Medizin, 2005, Kapitel: Stoffwechselstörungen
  • P. Schwandt, W. Richter, K. Pahofer, Handbuch der Fettstoffwechselstörungen, Schattauer Verlag, 2000
  • European Guidelines on CVD prevention, Third Joint European Societies Tasks Force on CVD Prevention in Clinical Practice, European Heart Journal (2003)24, 1601-1610
  • Werner O. Richter, Taschenbuch der Fettstoffwechselstörungen, Praktische Tipps und Therapie, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2004