Fettstoffwechselstörungen (Hyperlipoproteinämie) können zu Arteriosklerose führen

Unmittelbare Folge von Fettstoffwechselstörungen ist die Arterienverkalkung (Arteriosklerose). Doch welche Rolle spielen Cholesterin und Fette bei der Entstehung von Arteriosklerose? Und: Warum ist die Arterienverkalkung so gefährlich?

Fett im Blut führt zur Bildung von Plaques

Arteriosklerose ist eine der häufigsten Erkrankungen in den westlichen Industrieländern. Große, im Blut schwimmende Fresszellen (Makrophagen) nehmen überschüssige Fettpartikel (LDL-Cholesterin) aus dem Blut auf und lagern sich dann als Schaumzellen in den Wänden der Arterien ab. Kleine Entzündungsreaktionen setzen sich in Gang. Es entsteht Arteriosklerose: Im Laufe der Zeit werden diese Ablagerungen immer größer und das Gewebe um sie herum vernarbt und verhärtet mehr und mehr.

So entstehen schließlich Plaques, die die Gefäße verengen und den Blutfluss behindern (Stenose) oder die Blutgefäße letztlich sogar verschließen (Okklusion). Als Folge kann die verengte Arterie das zugehörige Muskelgewebe, Organ oder Körperteil nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Der bindegewebige Umbau der Gefäßwände lässt sich allerdings mit geeigneten Maßnahmen zur Cholesterinsenkung bis zu einem gewissen Grad umkehren.

Folgen: Durchblutungsstörungen und Herzinfarkt

Ein durch verengte Arterien hervorgerufener Sauerstoffmangel macht sich anfangs nur bei größeren Anstrengungen bemerkbar. Je mehr Arbeit ein Organ oder Muskel leistet, umso mehr Sauerstoff wird benötigt. Dieser kann aber über die verengte Arterie nicht in ausreichender Menge zu dem jeweiligen Gewebe gelangen. Am Herzen sind Schmerzen oder Luftnot (Angina pectoris) die Folge, an den Beinarterien die sogenannte Schaufensterkrankheit. Kommt es zum Aufplatzen einer Plaque,können sich an der aufgerissenen Stelle schnell Blutgerinnsel bilden, die dann mit dem Blutstrom fortgerissen werden und ein Blutgefäß verstopfen können. Das Gewebe, das von diesem Blutgefäß versorgt wird, wird nicht mehr ausreichend durchblutet und stirbt ab: Es kommt zum Infarkt.

Geschieht dies im Herzmuskel, wird dies als Herzinfarkt, im Gehirn als Hirninfarkt oder Schlaganfall und an den Beinen als kritische Ischämie bezeichnet. Prinzipiell kann jedes Organ und jede Extremität von einer Durchblutungsstörung betroffen sein.

Neben Fettstoffwechselstörungen (erhöhtes LDL- oder Gesamtcholesterin, erhöhte Triglyzeride und/oder niedriges HDL-Cholesterin) gibt es weitere Risikofaktoren für die Arteriosklerose-Entstehung:
  • Übergewicht
  • Rauchen
  • Bewegungsmangel
  • Fehlernährung
  • männliches Geschlecht
  • Alter
  • Eine positive Familienanamnese: Wenn bei einem Familienangehörigen ersten Grades frühzeitig (bei Männern vor dem 55. und bei Frauen vor dem 65. Lebensjahr) eine der typischen Folgekrankheiten einer Arteriosklerose – zum Beispiel ein Herzinfarkt oder Schlaganfall – aufgetreten ist.

Jeder weitere Risikofaktor potenziert die Arteriosklerose-Gefahr

Oft treten mehrere Risikofaktoren gemeinsam auf. Sie verstärken sich dann gegenseitig. So verschlechtert beispielsweise Bewegungsmangel die Cholesterinwerte, die Triglyzeridwerte und die Blutzuckerwerte bei Diabetikern. Die Anzahl der vorhandenen Risikofaktoren hat erheblichen Einfluss auf die Geschwindigkeit der Arterienverengung. Tatsächlich vervielfacht jeder weitere Risikofaktor die Gefahr und verdoppelt sie nicht nur. Bei zwei Risikofaktoren – etwa Rauchen und Bewegungsmangel – ist das Risiko bereits um ein Fünffaches erhöht.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 18.12.2013
  • Autor/in: Dr. med. Beate-Maria Effertz, Ärztin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Dr. Ursula Kassner, Ärztin, Lipidambulanz Campus Virchow Klinikum, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Jean-Pierre Després, Isabelle Lemieux, Denis Prud`hommeTreatment of obesity: Need to focus on high risk abdominally obese patientsBMJ 2001, 322:716-20
  • NCEP Report - Implications of Recent Clinical Trials for the National Cholesterol Education ProgramAdult Treatment Pannel der III Guidelines
  • European Guidelines on CVD prevention, Third Joint European Societies Tasks Force on CVD Prevention in Clinical Practice, European Heart Journal (2003)24, 1601-1610
  • Handbuch der Fettstoffwechselstörungen - Schwandt, Peter, Parhofer, Klaus (Hgg.) Schattauer-Verlag, 3.Aufl. 2007
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