Fettleber

Die Fettleber (medizinisch: Steatosis hepatis) ist sehr weit verbreitet. Fast jeder dritte Erwachsene leidet darunter. Von Fettleber spricht man dann, wenn mehr als fünf Prozent des gesamten Lebergewichts aus Fett besteht.

Fettleber Rotwein © Thinkstock

So entsteht eine Fettleber

Früher ging man davon aus, dass die Fettleber ohne Krankheitswert bleibt und deshalb harmlos ist. Meist macht sie auch keine oder kaum Symptome. Heute weiß man jedoch: Die Erkrankung kann sehr wohl Komplikationen wie beispielsweise Entzündungen nach sich ziehen und zu einer Leberzirrhose führen.

Um größere Mengen an Schadstoffen, Giften, Alkohol oder Medikamenten abzubauen, benötigt die Leber viel Sauerstoff. Das Entgiftungsorgan muss dann fast die gesamte Menge des ihm zugeführten Sauerstoffs dafür aufwenden. Für die Fettverbrennung, die ebenfalls Sauerstoff benötigt, steht nicht mehr genug zur Verfügung. Das Fett wird nicht umgewandelt, sondern in der Leber gespeichert.

Neben Alkohol, Medikamenten und Giften können auch das metabolische Syndrom, Diabetes mellitus oder Magen-Darm-Operationen Ursachen für eine Fettleber sein.

Zunächst führt die Einlagerung von Fett in die Leber nur zu einer leichten Vergrößerung des Organs. Die Leberfunktion ist in diesem frühen Stadium noch nicht beeinträchtigt und der Schaden kann sich auch ohne Therapie meist vollständig zurückbilden – vorausgesetzt die Ursache wird beseitigt. Wird die Leber jedoch – beispielsweise durch Alkohol- oder Medikamentenmissbrauch – weiter stark belastet, kann die Fettleber sich verschlimmern und Entzündungen entstehen. Im Endstadium kann eine Leberzirrhose die Folge sein.

Leberversagen als Folge der Fettleber

Neben einer Leberzirrhose ist auch akutes Leberversagen bei Menschen mit einer Fettleber wahrscheinlicher. Zu Leberversagen kann es beispielsweise dann kommen, wenn zusätzlich zur Fettleber Medikamente wie Paracetamol zu hoch dosiert eingenommen werden. Wegen des hohen Fettanteils kann das Organ die überdosierten Medikamente nicht abbauen. Leberzellen sterben in der Folge ab, die Betroffenen fallen ins Koma, es kommt zu Spontanblutungen und Gelbsucht. Wenn nicht schnell eine Lebertransplantation folgen kann, enden solche Fälle häufig tödlich. Studien haben gezeigt, dass Leberversagen bei übergewichtigen Menschen mit einer Fettleber besonders häufig vorkommt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 05.07.2012
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Beatrix Deiss, Medizinredakteurin; Christina Wiener, Medizinredakteurin
  • Quellen: Classen, Diehl, Kochsiek: Innere Medizin, 6. Auflage (2009)
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