Was Sie tun können, um Essstörungen bei Ihrem Kind vorzubeugen

Sie können Ihrem Kind zwar keinen vollständigen Schutz vor Essstörungen bieten, da neben der Erziehung eine Vielzahl anderer Faktoren – zum Beispiel die Persönlichkeit Ihres Kindes oder sein soziokulturelles Umfeld – mitspielen. Doch können Sie viel zur Vorbeugung von Essstörungen tun: Denn der beste Schutz vor Essstörungen sind ein stabiles Selbstwertgefühl und ein gesundes Selbstvertrauen.

  • Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein stärken
    Machen Sie Ihr Kind stark: geben Sie ihm ein Gefühl für seine Fähigkeiten und Talente, erziehen Sie es zu selbständigem Denken und zeigen Sie Ihrem Kind, dass Fehler zum Leben dazugehören und die Welt deswegen nicht untergeht.
  • Gesundes Körperbewusstsein fördern
    Vermitteln Sie Ihrem Kind ein positives Körpergefühl und klären Sie Ihr Kind rechtzeitig über die Veränderungen des Körpers auf, die im Laufe der Jahre eintreten. Sinnvoll ist es auch, über die Sinnlosigkeit von Diäten – 95 Prozent davon funktionieren nicht – und deren Auswirkungen auf den Körper zu sprechen.
  • Schlankheitsideal und Rollenzuweisungen hinterfragen
    Regen Sie Ihr Kind an, männliche und weibliche Rollenzuweisungen und Schönheitsideale zu hinterfragen und ein kritisches Medienbewusstsein zu entwickeln.
  • Ernährungserziehung: Essen aus Lust, nicht aus Frust
    Während gemeinsamer Mahlzeiten können Kinder sehr viel lernen: eine angenehme Essatmosphäre, von den Eltern vorgelebte gesunde Ernährung und normales Essverhalten sowie die Möglichkeit, beim Essen selbst mitbestimmen zu können, legen den Grundstein für ein genussvolles, gesundes Essverhalten. „Bestechen“ Sie Ihr Kind nicht mit Essen: Essen sollte kein Ersatz für Liebe, Zuwendung oder Trost für Kinder sein.
  • Übergewicht vorbeugen
    Auch ein normales Körpergewicht in der Kindheit kann späteren Essstörungen vorbeugen. Achten Sie deshalb schon früh auf eine ausgewogene, gesunde Ernährung Ihres Kindes und dass es sich regelmäßig bewegt. Denn Bewegung bremst den Appetit, baut Fettdepots ab und stärkt das Selbstbewusstsein.
  • Offene Kommunikation, Gefühle zulassen, Grenzen respektieren und Probleme lösen
    Sprechen Sie Gefühle und Konflikte offen an und ermuntern Sie auch Ihr Kind dazu, indem Sie zeigen, dass Sie es ernst nehmen. Unterstützen Sie anschließend ihr Kind, die Probleme angemessen zu lösen. Achten Sie die Privatsphäre Ihres Kindes, respektieren und fördern Sie seine Individualität und unterstützen Sie seine Selbstständigkeit.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.02.2017
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Prävention von Essstörungen
  • BzgA: Internetportal Kindergesundheit: Ernährungserziehung
  • Eltern.de: Gesunde Ernährung
  • Maja Langsdorff: "Die heimliche Sucht, unheimlich zu essen", Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt, 2005
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